Zweite Staffel Modern Love: Die Berg- und Talfahrten der Liebe

Eine Kultkolumne über die Liebe als Serienhit: „Modern Love“ geht in die zweite Runde und lotet abermals die Spielarten zwischenmenschlicher Beziehungen aus.

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Auch die zweite Staffel von „Modern Love“ ist starbesetzt: Kit Harington und Lucy Boynton	AMAZON PRIME
Auch die zweite Staffel von „Modern Love“ ist starbesetzt: Kit Harington und Lucy Boynton © Amazon Prime
 

Ihr Leben ist dunkel und düster – aber nur auf den ersten Blick, denn sie lebt und arbeitet dann, wenn andere schlafen. Wenn der Tag anbricht, dann ist die Welt da draußen wie eine einzige Qual: laut, überdreht und aufgeregt. Die Nacht hingegen, sie ist ihr Lebenselixier. Er hingegen, er liebt die Sonne, die Natur, das pralle Leben. Eine Paarung wie Sonne und Mond.

So beginnt die erste der acht Folgen der zweiten Staffel von „Modern Love“ (Amazon Prime). Eine Anthologieserie, die in halbstündigen Episoden die unendlichen Spielarten der Liebe zelebriert und auf der beliebten Kolumne der New York Times basiert. Zurück zu Sonne und Mond: Wie also bringt man Tag und Nacht unter einen Hut? Fragen Sie doch die Liebe, die ist erfindungsreich! Doch bis es dazu kommt, bleiben wir ganz nah an den Protagonisten. Das ist eine der großen Stärken der Serie, dass sie in den einzelnen, nicht zusammenhängenden Episoden intensiv in die Gefühlswelt der Protagonisten eintaucht und die Schnittmenge, wo zwei aufeinandertreffen, mit viel Feingefühl ausleuchtet.

Die Serie funktioniert nicht wie eine RomCom, sondern fängt die Liebe quasi im Vorbeigehen ein: Zufällige Begegnungen, die ein Leben verändern können, oder die so unterschiedlichen Interpretationen einer Nacht und ihrer Folgen werden wunderbar in Rückblenden erzählt, während sich die zwei Protagonisten eines One-Night-Stands auf der Straße begegnen. Viel bleibt offen, unausgesprochen, unerfüllt gar? Womöglich.

„Modern Love“ zelebriert – wie schon in der ersten Staffel – die Vielfalt der Liebe: große Dramen, kleine Dramen, aber auch die bisweilen unbemerkten, zarten Fäden der Liebe, die sie zum ewigen Mysterium machen. Wie die Blicke zweier Fremder, die aufeinandertreffen und eine Sekunde zu lange dauert. Wie schon in der ersten Staffel, sind auch in der zweiten Ausgabe jede Menge Stars mit dabei, darunter Kit Harington („Game of Thrones“), Lucy Boynton („Bohemian Rhapsody“) oder Tom Burke („Strike“). Regie führte wie beim ersten Mal John Carney, der mit Tragikomödien wie „Can a Song Save Your Life?“ (2013) und „Sing Street“ (2016) mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe gut vertraut ist. Die Vorlage „Modern Love“ läuft nun schon das 17. Jahr und ist auch als Podcast auf Spotify zu hören.

„Modern Love“: Amazon Prime

 

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