ORF-GeneraldirektorSichtlich bewegte erste Abschiedsrede von Alexander Wrabetz

Nur sechs von 35 Stimmen bei der vierten Kandidatur als ORF-Generaldirektor: Alexander Wrabetz verlässt am 1. Jänner 2022 das für ihn "großartigste Unternehmen in der europäischen Medienwelt".

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ORF WAHL: ORF-STIFTUNGSRAT WAeHLT NEUEN ORF-GENERALDIREKTOR: WRABETZ
Der scheidende ORF-Generaldirektor, Alexander Wrabetz nach dem Stiftungsratsergebnis © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Alexander Wrabetz hielt sichtlich bewegt eine Art Abschiedsrede, werde aber „wichtige Projekte in den nächsten Monaten noch vorantreiben“ - dazu zählt der neue trimediale Newsroom auf dem ORF-Campus. "Das duldet keinen Aufschub!" Vor versammelter Presse sagte der 61-Jährige: „Es hat die Regierung entschieden, mich abzusetzen und das hat der Stiftungsrat jetzt auch so gemacht - und das ist in einer Demokratie zu akzeptieren.“ 23 Jahre war er in der Geschäftsführung des ORF (vor den 15 Jahren als Generaldirektor in der Kaufmännischen Direktion), jetzt werde es darauf ankommen, "das Wissen und die Erfahrung weiterzugeben" - schließlich habe er "alles, was er erreicht habe, nicht gemacht, "damit dann alles den Bach runtergeht", erklärte Wrabetz.

Im Hearing habe es für seine Arbeit anerkennende Worte gegeben, nennenswerte Kritik sei nicht gefallen. "Immerhin sind wir in Österreich Nummer 1 im Radio, Fernsehen, online und auch auf Social Media", unterstrich der Generaldirektor, der auch auf höchste Vertrauenswerte verwies. "Aber die Regierung hat entschieden, mich abzusetzen." In einer Demokratie, in der die Regierung gewählt worden sei, sei das aber zu akzeptieren.

Wrabetz  freute sich über großen Rückhalt im und außerhalb des Hauses "auch nach der Wahl". Dies gebe ihm "Kraft in dieser nicht ganz einfachen Stunde". Weißmann habe nun einen "großen Korb von negativen Vorschusslorbeeren", die politische Erwartungshaltung werde sehr groß sein. Weißmann müsse nun etwas tun, "dass das nicht so eintritt, wie sich das jemand erwarten könnte", so Wrabetz.

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