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Nanga ParbatReinhold Messner, zurück auf dem Schicksalsberg

Bergsteigerlegende Reinhold Messner (76) erinnert sich in neuer Arte-Doku (1. Juli, 20.15 Uhr) an den Berg, der alles ändert und an den Tod seines Bruders am Nanga Parbat.

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1970, bester Laune vor dem Aufstieg: Reinhold Messner (rechts) mit seinem um zwei Jahre jüngeren Bruder Günther. © Arte/Nanga Parbat
 

Rückblickend sei ihm die Nanga Parbat-Besteigung "um ein Vielfaches wichtiger" gewesen als sein historischer Everest-Alleingang, erinnerte sich Alpinlegende Reinhold Messner anlässlich seines 75. Geburtstags im Vorjahr. Für den Südtiroler war es der erste 8000er seiner Karriere, der Beginn seiner Erfolgsgeschichte und zugleich der "Schlüsselberg seines Lebens" gewesen, wie der Südtiroler in der Doku "Nanga Parbat" (1. Juli, Arte, 20.15 Uhr) ausführt: Kein Berg habe ihm mehr gegeben, keiner ihm mehr genommen als der neunthöchste Gipfel der Welt.

Messner weiß nicht nur, wie man die höchsten Berge besteigt, er weiß auch von diesen Abenteuern zu erzählen. Seit einigen Jahren schreibt er dafür nicht nur Bücher, sondern dreht gemeinsam mit Sohn Simon TV-Dokumentationen. Mit unveröffentlichten Originalaufnahmen rekapituliert der heute 76-Jährige in seinem jüngsten Film seine historische Nanga Parbat-Expedition 1970, als man über die die schwierige Rupal-Wand zum Gipfel aufstieg.

Schon die Anreise war abenteuerlich: Drei Lastwägen brachten acht Tonnen Material und Teilnehmer auf dem Landweg von München nach Pakistan. Mit dabei Messners zwei Jahre jüngerer Bruder Günther, der seinen Job bei einer Bank an den Nagel gehängt hatte, um an der von Karl Herrligkoffer geleiteten Expedition teilnehmen zu können. Die Messners waren zum ersten Mal im Himalaya.

Nanga Parbat: Ein Berg der Messner alles gab und nahm

2005 wurden Überreste von Günther Messner, seinen Schuhen und anderen Habseligkeiten gefunden.

(c) � Stefan Nimmesgern

Der Nanga Parbat vom Geshot Peak aus gesehen: Der Aufbau des Berges ist komplex. Drei Grate ziehen von seinem Gipfel viele Kilometer weit ins Tal. Dazwischen liegen die Täler Diamir im Westen, Rakhiot im Norden und Rupal im Süden.

(c) � Simon Messner

Der Nanga Parbat, 8.125 Meter hoch, ist der westliche Eckpfeiler des Himalaya und wird von den Einheimischen "„König der Berge"“ genannt - – oder auch "„Killer Mountain"“, da er bereits vielen Menschen das Leben gekostet hat.

(c) � Robert Neumeyer

Beim Abstieg 1970 wurde Günther Messner höhenkrank, weshalb die Brüder anstatt über die Rupalwand eine Route über die Diamir-Seite wählen mussten. Diese Wand ist weniger steil, aber sehr gefährlich.

(c) � Reinhold Messner

Günther Messner kam 1970 zum ersten Mal in den Himalaya und bezahlte die Expedition mit seinem Leben. Er wird beim Abstieg des Nanga Parbat von einer Lawine erfasst und unter ihr begraben.

Arte/Nanga Parbat

Der damals 25-jährige Reinhold Messner (re.) und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Günther (li.) wollten 1970 erstmals über die Rupalwand, die höchste Steilwand dieser Erde, den Gipfel des Nanga Parbat erreichen.

Arte/Nanga Parbat

Reinhold Messner mit Einheimischen in Tarishing: Die ältere Generation erinnert sich noch an die Expedition von 1970. Einer der Männer erzählt, er habe die Mengen an eingesetztem Material bestaunt. Für Kinder heute klängen solche Geschichten wie Märchen.

(c) � Simon Messner

Reinhold Messner vor dem Nanga Parbat 2019: Fast 50 Jahre nachdem er auf dem Gipfel des Nanga Parbat stand, kehrt er hierher zurück zum Schlüsselberg seines Lebens. Kein Berg hat ihm mehr genommen und keiner hat ihm mehr gegeben als der „"König der Berge"“.

(c) � Simon Messner
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Detailliert und mit einfachen dramaturgischen Mitteln schildert Reinhold Messner als Regisseur und Erzähler den Aufstieg unter widrigsten Bedingungen und die dramatischen Stunden, nachdem er und sein Bruder den Gipfel erreicht hatten. Günther litt an der Höhenkrankheit, an einen geregelten Abstieg war deswegen nicht zu denken: "Wir verbrachten die schlimmste Nacht unseres Lebens", erinnert sich Reinhold – für seinen Bruder sollte es auch eine seiner letzten werden. Günther wird am 29. Juni 1970 beim Abstieg von einer Lawine getötet. Reinhold wird Tage später lebend, unter Halluzinationen leidend, von Holzfällern gefunden. Nicht nur durch den Tod seines Bruders, die Erlebnisse haben sein Verständnis grundlegend geändert: "Die vielen romantischen Vorstellungen, die zum Berg gehören, habe ich hier endgültig verloren."

Kommentare (2)
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Heike N.
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Sorry, aber weil meine Augen bluten:

Kasus Singular Plural
Nominativ der Lastwagen die Lastwagen
Genitiv des Lastwagens der Lastwagen
Dativ dem Lastwagen den Lastwagen
Akkusativ den Lastwagen die Lastwagen

Ok, vielleicht sollte man heutzutage sogar ein Lastwaginnen in Betracht ziehen, aber Lastwägen tut echt weh

fwf
1
3
Lesenswert?

Endlich

Dass sich jemand über das schlechte Deutsch aufregt. Das "Neudeutsch" zeigt den Niedergang unserer Kultur und Bildung !