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ORF 2, 21.20 UhrSommernachtskonzert schürt das „Fernweh“

Die Wiener Philharmoniker unter dem Dirigenten Daniel Harding spielen heute vor 3000 Besuchern in Schönbrunn.

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Sommernachtskonzert 2021
© ORF
 

Ein jährlicher Fixpunkt im ORF-Kultursommer ist das glanzvolle „Sommernachtskonzert“ der Wiener Philharmoniker aus der barocken Gartenanlage von Schloss Schönbrunn, dessen 18. Ausgabe der ORF heuer am Freitag live-zeitversetzt um 21.20
Uhr in ORF sowie um 21.45 Uhr in 3sat überträgt.

Zum zweiten Mal findet das weltweit in mehr als 80 Ländern ausgestrahlte Kulturereignis, dem in den Vorjahren bis zu 100.000 Besucherinnen und Besucher im Schlosspark beiwohnten, pandemiebedingt nur vor einer limitierten, geladenen Gästeanzahl statt. Ein Teil der 3.000 Sitzplätze geht an „Heldinnen und Helden“ der Corona-Krise – Menschen, die in vorderster Reihe im medizinischen Bereich und auch in der Elementarpädagogik tätig waren und noch sind. Erstmals steht der britische Dirigent Daniel Harding am Pult der Schönbrunner
Open-Air-Bühne und auch der deutsche Pianist Igor Levit gibt hier sein Debüt.

Schönbrunn: Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker

Das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker Freitagabend erfreute auch den einen oder anderen Politiker.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Bundeskanzler Sebastian Kurz begrüßt den Alt-Bundespräsidenten Heinz Fischer.

Der kosovarische Premier Albin Kurti, Premierminister von Nordmazedonien, Zoran Zaev, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und der montenegrinische Ministerpräsident Zdravko Krivokapic (R) vor Beginn des Sommernachtskonzerts im Schlosspark Schönbrunn in Wien.

Die Herren beim Smalltalk.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne).

Die beeindruckende Kulisse im Schlosspark Schönbrunn.

Pianist Igor Levit.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Erstmals stand der britische Dirigent Daniel Harding am Pult der Schönbrunner Open-Air-Bühne.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Auch der deutsche Pianist Igor Levit gab hier sein Debüt.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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(c) APA/BKA/DRAGAN TATIC (DRAGAN TATIC)
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Porträt Igor Levit

Fertig. Erledigt. Glücklich. Dankbar. Und sowas von high“ sei er, postete Igor Levit nach der wohl extremsten psychophysischen Leistung, die ein Pianist vollbringen kann. In einem Berliner Studio hatte er mitten im ersten Lockdown die „Vexations“, Quälereien, von Eric Satie gespielt: 840 Mal dasselbe Motiv, 16 Stunden Monotonie.

Solchen Aktionen verdankt der 34-Jährige seinen Ruhm außerhalb der engen Grenzen der Klassik-Begeisterten. Auch sein Einsatz gegen Rassismus hat ihm schon Preise eingetragen und Debatten entfacht. Von seiner Kunst, die einem unbändigen musikalischen Mitteilungsdrang entspringt, lenken sie eher ab. Levit will seine Begeisterung teilen und das Publikum spürt das, analog und am Gerät. Ob er sich – wie vorigen Sommer in Salzburg – in acht Konzerten an den 32 Klaviersonaten Beethovens abarbeitet oder an den schweißtreibenden 24 Präludien und Fugen Dmitri Schostakowitschs, das Publikum folgt ihm atem- und bedingungslos. Treue Gefolgschaft wie sie Levit hinter sich schart, setzen neben hoher Kunstfertigkeit eine gehörige Portion Charisma voraus. Levit verfügt über beides, wovon Sie sich heute beim Schönbrunner Schlosskonzert analog oder im ORF überzeugen können.

Aus der bedrückenden Covid-Zeit will Levit seine Facebook-Abende behalten. „Ich habe mich in diesen Hauskonzerten auf eine Art frei gespielt, das gebe ich nicht mehr her. Das Corona-Jahr löste in mir eine Emanzipation aus: Nur die Menschen auf der anderen Seite der Leitung, mein Klavier, die Stücke und ich – mehr war da nicht.“ Als „digital native“ würde er am liebsten die beiden Welten permanent miteinander verbinden, formuliert er seine persönliche Schlussfolgerung aus den harten Monaten der Publikumsabstinenz. „Aber der Fokus muss auf dem Analogen liegen.“

Wer den anderen Levit kennenlernen möchte, muss auf die neue Kochshow des Satirikers Jan Böhmermann warten. Dort wird Levit zeigen, was er sonst noch alles kann.

Das diesjährige „Sommernachtskonzert“ steht unter dem Motto „Fernweh“, das die Wiener Philharmoniker mit thematisch verbundenen Orchesterwerken von Giuseppe Verdi, Leonard Bernstein, Jean Sibelius, Edward Elgar, Claude Debussy und Gustav Holst musikalisch zum Ausdruck bringen. Solist Igor Levit interpretiert die in Österreich eher selten zu hörende „Rhapsodie über ein Thema von Paganini, op. 43“ von Sergej Rachmaninow. Das Ende des abendlichen Galaevents im festlich erleuchteten Ambiente des frühsommerlichen Schlossparks läuten traditionell die Strauss’schen Walzerklänge zu „Wiener Blut“ ein.

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