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Kräuterpfarrer-GeheimtippFrau rieb sich stundenlang mit Kren ein - laut EuGH kein Fall für Produkthaftung

Es brauchte den Europäischen Gerichtshofs (EuGH), um diese Frage zu klären. Hintergrund war die Beschwerde einer Leserin des "Krone"-Kräuterpfarrers, die sich statt minutenlang stundenlang mit Kren eingerieben hatte.

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Gegen einen fehlerhaften Gesundheitstipp des "Krone"-Kräuterpfarrers kann laut einem am Donnerstag veröffentlichten Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht erfolgreich nach der Produkthaftungsrichtlinie geklagt werden. Hintergrund ist die Beschwerde einer Leserin des Kleinformats: Sie hatte wegen eines Fehlers in der bekannten Kolumne stundenlang geriebenen Kren aufgetragen.

Die Klägerin hatte rheumatische Schmerzen im Sprunggelenk und hielt sich an den Rat von Kräuterpfarrer Benedikt aus dem Jahr 2016, diese mit geriebenem Kren zu bekämpfen. Allerdings war dem Kräuterpfarrer ein Tippfehler unterlaufen - in dem der Redaktion übermittelten Originalmanuskript, wie "Krone"-Anwalt Gottfried Korn gegenüber der APA sagte -, und die Einwirkzeit war nicht in Minuten sondern in Stunden angegeben. Und daher habe sie eine "toxische Kontaktreaktion" erlitten, erklärte die Klägerin. Sie vertrat die Ansicht, dass der Verlag der "Kronen Zeitung" dafür hafte, und zwar gemäß der Produkthaftungsrichtlinie. Sie klagte unter anderem auf Schmerzensgeld.

Der Oberste Gerichtshof hatte daraufhin den EuGH um Klarstellung gebeten: Zu klären war, ob auch ein Druckexemplar einer Tageszeitung als fehlerhaftes Produkt nach der Richtlinie anzusehen ist.

Kein 'fehlerhaftes Produkt'

Der EuGH kam nun zu dem Schluss, dass ein Exemplar einer gedruckten Zeitung mit einem unrichtigen Gesundheitstipp kein 'fehlerhaftes Produkt' im Sinne der Produkthaftungslinie sei. Die gedruckte Zeitung sei nur der Träger dieser Dienstleistung. Allerdings, so der EuGH weiter, könnten "andere Regelungen der vertraglichen oder außervertraglichen Haftung anwendbar sein", die "wie die Haftung für verdeckte Mängel oder für Verschulden auf anderen Grundlagen beruhen".

Über den Schadenersatzanspruch selbst muss jetzt noch der OGH entscheiden.

Kommentare (7)
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Ragnar Lodbrok
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Für Dummheit gibts ka

Schmerzensgeld...

Irgendeiner
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Ach komm,das erste Problem ist das ex cathedra der Druckerschwärze,

für viele von euch entsteht die Realität erst dadurch, daß es in der der Zeitung steht und ihr prüft nicht nach und vergleicht mit anderen Quellen.Und wenn dann auch nur ein Fehler da ist,keine Bias keine Lüge,geht was schief.Und ich gesteh freimütig und ich halt mich nicht für ganz dumm,daß ich da auch falsch abbiegen hätte können,es gibt viele Hausmittel die hilfreich sind und das kannte ich nicht und ich hätte wohl Minuten bei äußerer Anwendung für verdächtiger gehalten als Stunden,weil ich angenommen hätte daß es Zeit zum einziehen braucht,Essigpatscherln laßt ja auch länger drauf.Ich hätte möglicherweise nachgeschaut wer der Kräuterpfarrer ist und ob der weiß wovon er spricht,ob ich den konkreten Tip nochmal gesucht hätte weiß ich nicht,ich hätte mir bei etwas was ich oft esse keine großen Schwierigkeit bei auflegen erwartet.Die Dame hat Pech gehabt, da war ein Fehler,mir hätte das durchaus auch passieren können.

Irgendeiner
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Ach Strichi, dabei hatte ich

den Studienabbrecher der zum Krenreiben ist gar nicht erwähnt,man lacht.

kukuro05
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finde ich schade.....

die Frau hat im guten Glauben gehandelt, ich hätte vielleicht ebenso gehandelt. Schmerzengeld wäre mMn angebracht
Man muss sich darüber auch nicht lustig machen.
Ich hoffe der Frau geht es besser.

Stony8762
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Die ist schon selbst schuld! Ich kann auch nicht die Brauerei beschuldigen, wenn ich vollfett einen Unfall baue!

easy07
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Vergleich hinkt

Der Vergleich passt aber auch nicht, der Krenproduzent wurde ja nicht verklagt. Eher: Ich kann den "Experten" auch nicht beschuldigen, der mir empfohlen hat mit 10 Bier Auto zu fahren, weil es angeblich so gesund ist.

OE39
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Sind sie sich da sicher

Heutzutage ist alles möglich! Richtersprüche von heute waren vor einigen Jahrzehnten noch ein Fall fürs Kuriositätenlexikon. Gott sei dank heißt es "die Brauerei" und "das" Bier, sonst müsste man hier auch noch gendern. Der Vollrausch und die Vollräuschin aber geht wenigstens!