ORF2Senderchef Hofer: "Hans Knauß wird der neue Sepp Forcher"

Rückblick und Ausblick mit Channelmanager Alexander Hofer auf den größten Sender der ORF-Flotte. Hans Knauß moderiert auf ORF 2 ab September die Nachfolgesendung von "Klingendes Österreich", in Stift Admont wird ein neues Diskussionsformat ausprobiert.

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Der Schladminger Hans Knauß tritt ab September in die Fußstapfen von Sepp Forcher © ORF
 

Drei Jahre Channelmanager: Ist neben dem Quotenanstieg – im Mai 2018 hatte ORF 2 einen Marktanteil von 19,1 Prozent, im heurigen April beachtliche 22,6 Prozent – auch die emotionale Wirkung des Senders anders?
ALEXANDER HOFER: Zu meinem Dienstantritt wurde dem Sender eine große Verlässlichkeit, eine klare Strukturierung des Programmschemas mit einem großen Portfolio attestiert, aber auch eine gewisse Behäbigkeit und Schwere mit mangelnder Innovation und Bewegung. Nach drei Jahren sind das Bild und die Anmutung des Senders anders, denke ich: Das hat mit dem Mai 2019 rund um Ibiza begonnen, wo wir unter Beweis stellen konnten, immer dann flexibel zu sein, wenn es notwendig ist. Und in der Pandemie wurde das nicht nur mit den Informationssendungen, sondern auch den Begleitprogrammen inklusive eskapistischer Angebote fortgesetzt. Wir konnten in den letzten drei Jahren einen sehr lebendigen Eindruck vermitteln.

Was zählt für Sie zu den erfolgreichen neuen ORF 2-Angeboten?
„Ein Sommer bzw. ein Winter in Österreich“, auch die Wiederbelebung des Wunschkonzerts, das im zweiten Hauptabend schöne Zahlen erreichte. Wir sahen: Das Bedürfnis des Publikums ist da. Daher überlegen wir jetzt, den Wurlitzer regelmäßig zu reaktivieren.

Mehr Retro geht aber wohl kaum?
Ich bekenne mich zu einer gewissen Retro-Farbe im Programm, im Gesamtangebot muss das Verhältnis stimmen. Retro-Charme hat ja das auch beim sehr jungen Publikum mit einem zweistelligen Marktanteil erfolgreiche Format mit Peter Rapp, das wir etabliert haben: „Als wäre es gestern gewesen“. Da hilft uns unser reichhaltiges Archiv, die Jungen finden die Ausschnitte aus längst vergangenen Tagen lustig, ob die Mode oder die Auftrittsmöglichkeiten.

Alexander Hofer
Channelmanager Alexander Hofer Foto © ORF

Eine wichtige Entscheidung für den ORF fällt am 10. August. Alexander Wrabetz hat seine Kandidatur für eine vierte Amtszeit unlängst auch offiziell verkündet. Wird es einen Alexander Hofer unter den anderen Bewerbern für die ORF-Generaldirektion geben?
Diese Frage stellt sich für mich nicht.

Zur Person

Alexander Hofer wurde am 8. 2. 1972 in Wien geboren.
Laufbahn: Seine ORF-Karriere startete als Redakteur beim Aktuellen Dienst im Landesstudio Niederösterreich. 2007 übernahm er die redaktionelle Leitung der „Seitenblicke“. Seit Mai 2018 Senderchef von ORF 2, seit 2019 zudem Unterhaltungschef im ORF-Fernsehen.


Gibt es schon eine Entscheidung über die Nachfolge von Sepp Forcher?
Ja, und da es ja eine Produktion des Landesstudios Steiermark ist, freuen wir uns über den Steirer Hans Knauß als neuen Moderator ab September. Wir suchen noch den Titel, die Sendung wird nicht mehr „Klingendes Österreich“ heißen. Damit setzen wir bewusst eine Zäsur. Die DNA und Grundtonalität der Sendung bleiben gleich, aber sie wird etwas temporeicher, jünger und aufgefrischt.
Alexander Hofer
Channelmanager Alexander Hofer Foto © ORF

Wie schauen Sie als Unterhaltungschef auf „Starmania 21“ zurück?
Rückblickend kann man natürlich sagen, dass wir die Spielregeln zum Start nicht genügend kommuniziert haben, somit kannte man sich nicht gleich aus. Aber: Diese Castingshow wurde ganz bewusst für ein junges und sehr junges Publikum gestaltet, nicht zu vergleichen mit den großen Straßenfegern wie „Dancing Stars“. Dort sind die Jungen zwar auch, aber bei Weitem nicht so stark vertreten wie bei dieser Ausgabe „Starmania“. Für die neue Generation war die Sprache der „Starmania“-Jury und ihr Umgang mit den Kandidaten offenbar richtig, weil die Jungen über weite Strecken drangeblieben sind. Vom jungen Publikum wird ja immer wieder behauptet, dass man es linear gar nicht mehr erreichen kann. „Starmania“ hat mit seinen Zahlen das Gegenteil bewiesen. Die Entscheidung für 2022 ist noch nicht definitiv gefallen, aber die Zeichen stehen zu Recht gut. Fixiert ist „Dancing Stars“ für diesen Herbst.

Mit „Showtime – Neues aus der Welt der Stars“ wurde letzten Freitag ein neues wöchentliches Promi-Format gestartet. Also mehr Society für ORF 2?
Der Freitag hat eine ganz andere und bestimmte Tagesbefindlichkeit mit anderen Schwerpunkten, dort haben wir daher auch bewusst das neue Wissenschaftsmagazin mit Günther Mayr um 18.30 Uhr gesetzt. "Showtime" kurz davor ist der Versuch eines internationalen Society-Magazins, aber wir sind überzeugt davon, dass es sein Publikum findet. Der Freitag wird nicht revolutioniert, bekommt aber in der Programmierung eine etwas andere Färbung.

Und bekommt der Sommer von ORF 2 eine eigene Färbung?
Ja, so werden wir im Juli etwa in der traumhaften Kulisse der Bibliothek im Stift Admont vier Mal eine Diskussionssendung über die Kardinaltugenden produzieren: „kreuz und quer gedacht“ mit Theologen, Soziologen und Philosophen. Ein Angebot für alle, die im Sommer zum Denken und Mitreden angeregt werden wollen. Und wir starten Mitte Juli auch das neue Format „Herrschaftszeiten“ mit Johann-Philipp Spiegelfeld aus einer vormals adeligen Familie, der hinter österreichische Schlossmauern blickt und in Erfahrung bringt, wie schwer es ist, das oft Jahrhunderte alte Erbe zu erhalten.

Kommentare (20)
dude
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Unglaublich...

... wie viel dieser wirklich sympathische Hans im Glück an Insider-Wissen über die "Trainingsmethoden" des ÖSV in den 1990er Jahren für sich behalten hat. Nach seiner eigenen Doping-Überführung hat er diesbezüglich geschwiegen wie ein Grab. Ich gönn's ihm, dass er auch noch 20 Jahre danach davon seine Tantiemen bekommt. Ich finde ihn richtig herzerfrischend authentisch und er wird seine Sache sicher sehr gut machen und auch starke Einschaltquoten erzielen!

Bergfex1
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Unglaublich

Warum die Aufregung. So oft wird die Sendung nicht sein, denn bei drei bis vier mal am Tag Rosenheim Cops wird im ORF net viel Platz für den Hans sein.
Wie viele Einwohner hat Rosenhein eigentlich, dass es dort jeden Tag drei bis vier Leichen gibt.

Hiasenbichler
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Top

Dopper gewinnen immer zumindest beim O R F

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Cool

Ich versteh die reflexartige Ablehnung nicht - dass es keinen 2. Sepp Forcher gibt, ist doch klar. Aber ich finde die Auswahl super... und werde mir die Sendung sicher gerne ansehn. Klar - eine Landschaftsdoku a la ServusTV ist schwer zu toppen was die Bilder anbelangt, aber das Gefühl, das abseits der Bilder mit transportiert worden ist mit Sepp Forcher, ich glaub, das wird der Hans auch können. Freu mich schon...

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und ich leg noch einen drauf

die Quoten werden glaub ich sogar besser, als sie jemals bei der Sendung waren. Denn jene die den Hans sympathisch finden gehören mit Sicherheit nicht zu den Jammerern hier. Das Bild hier im Kommentarbereich scheint mir doch einigermaßen verzerrt zu sein.

OE39
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Wenn schon

Skisportler, dann den Hermann Maier. Der hat das in seinen Sendungen ganz passabel gemacht!!

Ragnar Lodbrok
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Das ist jetzt wirklich ein Grund umzuschalten.

Da kannst genausogut Hansi Hinterseer zum Wissenschaftschef machen. Der ORF mutiert zu einer Versorgungsfirma für ehemalige Sportler, die sonst abscheinend nix können.

carpe diem
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Echtes Bildungsfernsehen.

Man möge sprachliche Besonderheiten und Grammatikfehler großzügig übersehen. Wen interessiert schon Sprache?

Hieronymus01
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Seien wir uns ehrlich

Einen zweiten Sepp Forscher wird es nimmer geben.

So sollte auch die Sendung eingestellt oder in einem anderen Namen neu kreiert werden.

So wird der Hans immer mit den Sepp verglichen.

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3
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Die Sendung bekommt auch einen neuen Namen

Das steht auch im Artikel ,- zumindest in der Printausgabe.

cockpit
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Tolles Vorbild der

Knauss. Da sieht man wieder, was man werden kann, obwohl man seine Sportlerkarriere unrühmlich beenden musste.

Lodengrün
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Das war nicht unrühmlich

er wurde rehabilitiert. Das war Fehler der FIS.

Heike N.
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Natürlich

Hätte er für sein Fehlverhalten Lebenslänglich bekommen müssen, also nicht die jämmerlichen 25 Jahre, sondern bis in alle Ewigkeit.

Oder zumindest Berufsverbot, egal in welcher Branche.
Vielleicht auch noch aus dem Sozialsystem ausschließen, nur die Straße ist gut genug für diesen Schwerverbrecher.
Am Besten irgendwo öffentlich anketten, damit er jeden Tag angespuckt werden kann.

Wäre dann Ihrer Meinung nach der Gerechtigkeit Genüge getan, wenig geehrter Cockpit?

DannyHanny
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Na servus!!

Wenn er so moderiert....wie er bei den Schirennem kommentiert!
Da wird's noch Schulung brauchen!

hansi01
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Bin schon neugierig wie Hansi mit weißen Bart aussieht

Nur vom ORF ist es saudumm, möchte man einen Sepp Forscher kopieren. Das wird nicht funktionieren.

schetzgo
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Am besten zusammen mit Assinger

Eventuell noch die beiden Gabaliers als singende und tanzende Statueten dazu, und als Köchin die blonde Silvia!p.s. ich hoffe, ich habe keinen Star vergessen...

Hieronymus01
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Thomas Sykora haben sie vergessen

Der steckt auch ganz tief irgenwo im ORF drinnen.

Amserl
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Korr.

Klar. Forcher.

Amserl
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Beleidigung

Die Idee mit Hans Knauß ist eine Beleidigung für Sepp Forscher.

reiner6777
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Lesen

Wie kommst du darauf? Ich habe zwar nur gehört, aber angeblich finde Sepp Forcher die Auswahl gut!?!?
Ich denke wir reden vom selben For(s)cher.^