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Prime Video"Voyagers": Die Urform der Quarantäne-Kinder

Statt im Kino läuft "Voyagers" mit Colin Farrell und Lily-Rose Depp auf Prime Video an. Die Odyssee ins Weltall spielt mit den ultimativen Fragen des Lebens.

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© (c) Vlad Cioplea
 

Die schlechte Nachricht: Im Jahr 2063 ist die Welt in einem miesen Zustand, die Zeichen stehen auf Untergang. Die gute Nachricht: Man hat einen neuen bewohnbaren Planeten gefunden. Die nächste schlechte Nachricht: Die Reise zur neuen Heimat dauert 86 Jahre und ist nur einigen wenigen Auserwählten möglich.

Das Setting erinnert an den Klassiker "Herr der Fliegen": In diesem Fall wachsen Kinder ohne Eltern heran - sie sollen nicht wissen, was sie vermissen könnten, wenn sie als Jugendliche in Richtung neuen Heimatplaneten abheben. Als Urform der Quarantäne-Kinder wird ihr Leben nur auf einen Zweck hin ausgerichtet: Sie sollen die Art erhalten und dafür sorgen, dass ihre Kinder und Enkelkinder auf dem ersehnten neuen Heimatplaneten ankommen. Den Erziehungsberechtigen an Bord gibt Colin Farrell als Wissenschaftler Richard Alling, der sich selbstlos dazu entschließt, seine Sprösslinge zu begleiten.

Der Film konzentriert sich auf die Innenseite der Mission, die Beziehungsebenen der Figuren. Von Anführer Christopher (Tye Sheridan) bis zu Offizierin Sela (Lily-Rose Depp), die sich an Bord um die Gesundheit kümmert. Bald gerät das System aus den Fugen: Als die Schicksalsgemeinschaft jenes Medikament verwehrt wird, dass sie ruhig stellt und ihren Hormonhaushalt dämpft, entstehen schnell zwei verfeindete Lager. Das Lager der Aufrührer wird von Zac (Fionn Whitehead) angeführt, der mit seiner sexistischen, populistischen, rüpelhaften Art auf einfache Wahrheiten zu setzen an den einen oder anderen prominenten Erdenbürger erinnert.

"Voyagers" schwebt hoch oben, für Tiefgang bleibt leider wenig übrig. Weiter als bis zur Oberfläche der Fragen nach der Natur des Menschen und dem Sinn des eigenen Daseins dringt der von Neil Burger inszenierte Film leider nicht vor. Passend zu den unendlichen Weiten, scheint der Film auch in ein Zeitloch gefallen zu sein: Die Geschlechterverhältnisse sind archaisch und die Figuren ohne Entwicklung. Hier der starke Anführer, dort die brave Krankenpflegerin.

Abschließend eine Frage an Sie: Würden Sie freiwillig ein Raumschiff betreten, um zu einem fernen Planeten zu fliegen, den Sie nie betreten werden?

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