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AuflagenkontrolleKleine Zeitung steigert Auflage, Magazine verlieren deutlich

Die Österreichische Auflagenkontrolle präsentierte ihre Zahlen für das zweite Halbjahr 2020: Die "Kleine Zeitung" gewinnt, die meisten anderen Tageszeitungen verlieren leicht. Deutliche Verkaufsrückgänge müssen "News" und "profil" verkraften.

© Fuchs Jürgen
 

Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) weist für das 2. Halbjahr 2020 teils starke Verkaufsrückgänge für Magazine aus. Kauftageszeitungen blieben im Vergleich mit dem 2. Halbjahr 2019 dagegen weitgehend stabil oder verloren nur leicht, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht. E-Papers von Tageszeitungen befinden sich weiter im Aufwind. Erstmals inkludierte die ÖAK Paid Content für drei Tageszeitungen.

Die "Kronen Zeitung" führt mit einer Verkaufsauflage von 643.929 Exemplaren weiterhin die Tagestitel an, verlor aber gegenüber dem 2. Halbjahr 2019 22.727 Stück. Beim E-Paper-Verkauf legte die Tageszeitung von 34.091 auf 38.462 Stück zu. Die "Kleine Zeitung" verkaufte im Schnitt 279.244 Exemplare und steigerte sich damit um 297. Auch mehr E-Papers wurden abgesetzt: Die Verkäufe stiegen um 8.779 auf 44.365. Für den "Kurier" weist die ÖAK eine Verkaufsauflage von 112.004 aus (minus 2.355). Bei verkauften E-Papers steigerte sich die Tageszeitung um 4.649 auf 15.755 Stück. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" legten sowohl bei verkauften Printausgaben (102.219; plus 3.682) als auch markant bei E-Papers zu (12.099, plus 5.202).

Die "Tiroler Tageszeitung" verlor leicht (minus 1.728 Stück) und verkaufte im Schnitt 73.359 Exemplare. Bei der elektronischen Ausgabe steigerte sich der Absatz (2.838; plus 1.099). Die "Salzburger Nachrichten" verkauften annähernd gleich viele Exemplare wie im 2. Halbjahr 2019 (68.284; minus 113). Auch hier setzt sich der Aufwind für E-Papers fort (plus 1.696 auf nunmehr 12.498). "Die Presse" verkaufte 66.953 Stück und damit 1.330 Exemplare weniger. Bei E-Papers weist die ÖAK eine Steigerung um 4.086 Stück auf 23.301 für die Tageszeitung aus. Die "Vorarlberger Nachrichten" verkauften sich mit 55.175 Stück im Schnitt 741 mal seltener. Die elektronische Ausgabe steigerte sich auf 8.192 Exemplare (plus 1.043). 53.972 und damit 1.480 Exemplare weniger verkaufte "Der Standard". Auch hier legte der E-Paper-Absatz zu (11.701 Stück; plus 2.702). Die Verkaufsauflage der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung" ist mit 6.650 gegenüber dem Vergleichszeitraum aus 2019 stabil (minus 22). Die verkauften elektronischen Ausgaben legten auf 352 zu (plus 111).

Bei den Gratiszeitungen verzichtete "Heute" coronabedingt wie schon im 1. Halbjahr 2020 auf eine Veröffentlichung ihrer Daten. Die Gratistitel der Mediengruppe Österreich, ausgewiesen als "Österreich & oe24 Kombi", wurden im Schnitt 479.985-mal verbreitet, was einen Rückgang um 51.065 Exemplare bedeutet. Bei den verbreiteten E-Papers gab es einen Anstieg um 2.153 auf 8.885. Die Titel der Regionalmedien Austria (RMA) legten um 29.514 Stück auf 3.374.561 zu (E-Papers: 8.085, plus 100).

"Die ganze Woche" hatte eine verkaufte Auflage von 266.962 Stück, das liegt 8.631 Exemplare unter dem Vergleichswert vom 2. Halbjahr 2019. Auch die "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) verzeichnen einen Verkaufsrückgang (89.690, minus 4.359). Stärkster Titel der VGN-Gruppe ist trotz Verlusten mit 130.775 Stück "tv-media" (minus 13.208, E-Paper: 18.603, minus 1.848). "Woman" verlor noch deutlicher (69.404, minus 36.700; E-Paper: 11.955, minus 2.565). 45.050 und damit 19.601 Stück weniger weist die ÖAK für "News" aus (E-Paper: 10.099, minus 1.399). Auch die VGN-Magazine "trend" (28.203, minus 7.987; E-Paper: 8.295, minus 1.031) und "e-media" (23.484, minus 3.610; E-Paper: 8.613, minus 613) wurden seltener verkauft.

Das Nachrichtenmagazin "profil" verlor wie viele andere Magazine auch (42.831, minus 8.083; E-Paper: 12.746, minus 774). "Servus in Stadt & Land" aus dem Hause Red Bull legte jedoch zu: Die Verkaufsauflage stieg um 3.165 auf 109.471. Auch "Gewinn" konnte entgegen dem Magazintrend um 6.529 auf 54.644 Exemplare zulegen. "Wienerin" meldete keine Zahlen.

Digitale Abonnenten als neue Kategorie

"Um den digitalen Transformationsprozess der Verlage zeitgemäß abzubilden", veröffentlichte die ÖAK laut einer Aussendung erstmals auch Paid-Content-Angebote. Darunter sind Einzelkäufe und Abos von exklusiven digitalen Inhalten zu verstehen, ohne jedoch ein E-Paper-Abo zu besitzen. Die Paid-Content-Angebote werden nicht in die verbreitete Auflage summiert, sondern werden in einer eigenen Veröffentlichung neben den Print- und E-Paper-Zahlen dargestellt. Drei Tageszeitungen meldeten Zahlen zu Paid-Content-Angeboten: "Die Presse" hatte im Tagesdurchschnitt im 2. Halbjahr 2020 9.125 Abonnenten von exklusiven Online-Inhalten. Für die "Vorarlberger Nachrichten" weist die ÖAK durchschnittlich 887 und für die "Tiroler Tageszeitung" 20 digitale Abo-Nutzungsrechte aus.

Kommentare (1)
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zweigerl
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Medienatavismus

Gratulation! In Zeiten, in denen Printmedien den ubiquitären Nachrichtentickers mit bemühten Kommengtaren hinterhatschen müssen, ist das eine tolle Leistung. Den Erfolg tragen die Kolumnisten, würde ich glauben - denn dass heute noch jemand in der Früh nach den "News" begierig ist, dürfte die Ausnahme sein (Pensionisten, die kein Smartphone haben). Rührend auch die Bemühungen von Servicemagazinen wie "TV-Media", das TV-programm, das mit einem Klick zu haben ist, in Hochglanzbroschüren zu präsentieren.