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Ludwigshafen-KrimiWie gefiel Ihnen der Extremisten-"Tatort"?

Ein Einsatz im rechten Milieu: Der "Tatort" aus Ludwigshafen erwies sich als konstruiert und wenig überraschend. Oder sind Sie anderer Meinung?

Tatort: Hetzjagd
Ulrike Folkerts ermittelt seit 1989 im "Tatort". © (c) SWR/Jacqueline Krause-Burberg
 

Es hätte ein spannender "Tatort" werden können, der bewegt und überrascht: Ein Veranstalter für „Rock gegen Rechts“-Konzerte wurde ermordet, nachdem er zuvor Polizeischutz beantragt (und nicht bekommen) hatte, da er auf Todeslisten von Rechtsextremen stand. Das Thema ist nicht nur in Deutschland brandaktuell, wo die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke 2019 für große Bestürzung sorgte.

Ernsthaft in die extremistische Thematik vordringen wollte dieser „Tatort“ aus Ludwigshafen leider nicht. Stattdessen basierte der Krimi auf einem Drehbuch, dem man leider vorwerfen muss, mehr zu wollen, als die Realität hergeben würde. Das Ergebnis ist eine überkonstruierte Geschichte, die viel zu offensichtlich auf falsche Fährten locken wollte. Wer Figuren nur einführt, um den Kreis der Verdächtigen zu erhöhen, und nicht, um der Geschichte Breite oder Tiefe zu bringen, der liegt einem Irrtum auf.

Dass „Hetzjagd“ trotzdem noch die Kurve kratzte, liegt nicht zuletzt an „Tatort“-Veteranin Ulrike Folkerts, die als Lena Odenthal fast jeden Fall rettet. Kollegin Stern (Lisa Bittner) darf sich wieder einmal als Profilerin profilieren – auch das war durchaus erfrischend.

Haben Sie es bemerkt? Gedreht wurde der Krimi in zwei Etappen, dazwischen lag eine unfreiwillige Coronapause. Wer genau hinsah, konnte die unterschiedlichen Jahreszeiten an den Bäumen erkennen. Für alle ersichtlich wurden Dreharbeiten unter Pandemiebedingungen im Abspann, wo nicht nur Kamera oder Ausstattung, sondern heutzutage auch der Hygienebeauftragte angeführt wird.

Fazit: Ein Fall der klug mit Täuschungen und falschen Verdächtigungen jonglieren will, dem dabei aber die Plausibilität aus der Hand purzelt.

Tatort: Hetzjagd: Clueso schaute im "Tatort" vorbei

Die Ludwigshafener Kommissarinnen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) arbeiten seit 2018 zusammen. Stern folgte Mario Kopper (Andreas Hoppe) nach.

ARD

Der deutsche Rapper Clueso hat einen Kurzauftritt.

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Das Opfer: Tilmann Meinecke (Tom Sommerlatte) wird bei frühmorgendlichem Jogging überrascht. Weil er sich gegen Rechtsextremismus einsetzte, wurde er zuvor bedroht.

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Julia Karich (Valerie Niehaus) missbilligte die Beziehung zwischen ihrer Tochter und dem Ermordeten, das wird Johanna Stern (Lisa Bitter) ziemlich schnell klar.

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Ludger Rehns (Daniel-Noël Fleischmann) hat einen Anschlag auf einen „Rock gegen Rechts“-Aktivisten geplant.

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Immer Stress mit dem Verfassungsschutz: Thomas Leonhard (Oliver Stritzel) hat damit gerechnet, dass die Kommissarinnen Odenthal und Stern sich über ein Eingreifen des Verfassungsschutzes nicht freuen. Aber wenn wirklich rechtsextreme Gruppen in den Fall verwickelt sind, geht kein Weg an ihm vorbei.

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1/6

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Kommentare (1)
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hermannsteinacher
0
1
Lesenswert?

War viel besser als der Schwachsinn

im ZDF.