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SterbehilfeBei ARD-Film "Gott" waren 70 Prozent für Tod der Hauptfigur

Im Anschluss wurde das Thema in der Talkrunde "hart aber fair" diskutiert, wo auch das Ergebnis verkündet wurde. 29,2 Prozent der Abstimmenden waren demnach gegen die Ausgabe des todbringenden Medikaments.

© APA (OTS/Constantin Television)
 

Am Ende durften die ARD-Zuschauer entscheiden: 70,8 Prozent der Abstimmenden waren am Montagabend dafür, dass die Hauptfigur des Films "Gott von Ferdinand von Schirach" sterben darf. Sie hielten es für richtig, einem gesunden Menschen ein tödliches Medikament zu geben. Im Anschluss wurde das Thema in der Talkrunde "hart aber fair" diskutiert, wo auch das Ergebnis verkündet wurde. 29,2 Prozent der Abstimmenden waren demnach gegen die Ausgabe des todbringenden Medikaments.

Auch in der Schweiz war der Film zu sehen. Dort stimmten 68 Prozent für die Abgabe des Medikaments. Nach dem Terroranschlag in Wien wurde die Ausstrahlung in Österreich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Ein neuer Termin steht derzeit noch nicht fest

Im TV-Film "Gott" wurde in einem fiktionalen Ethikrat über den Wunsch des fiktiven 78-jährigen Richard Gärtner (Matthias Habich) debattiert, der sein Leben durch ein Medikament und mit Hilfe seiner Ärztin beenden will, weil er nach dem Tod seiner Frau den Lebenswillen verloren hat. In einem holzvertäfelten Raum waren die verschiedenen Parteien bei einer Anhörung zu sehen.

Ethikrat

Zum einen war da Gärtner selbst. Ihm zur Seite stand sein Anwalt (Lars Eidinger). Zu Wort kamen auch eine Ärztin (Anna Maria Mühe), eine Juraprofessorin (Christiane Paul) und ein Bischof (Ulrich Matthes). Immer wieder wandte sich die Vorsitzende des Ethikrats (Barbara Auer) ans Publikum. Grundlage für den Film ist ein Theaterstück von Ferdinand von Schirach. Im September wurde es in Berlin und Düsseldorf uraufgeführt.

Erst im Februar hatte das Bundesverfassungsgericht eine wichtige Entscheidung verkündet: Die Richter kippten einen Paragrafen im Strafgesetzbuch und bekräftigten ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben - unabhängig von unheilbaren Krankheiten. Das Gericht stieß damit die Tür für organisierte Angebote zur Sterbehilfe auf.

In Schirachs Text werden viele Fragen angesprochen. Besteht nicht die Gefahr, dass Menschen ihrem Leben leichtsinnig ein Ende setzen? Darf es eine Rolle spielen, ob jemand fast 80 ist oder erst Anfang 30?

Im Oktober 2016 gab es schon einmal ein ähnliches Fernsehprojekt auf Grundlage eines Schirach-Stücks. Im ARD-Film "Terror - Ihr Urteil" ging es um die Moralfrage, ob man ein Passagierflugzeug abschießen darf, um andere zu retten. Damals fiel die Entscheidung noch eindeutiger aus. Das deutsche Fernsehpublikum plädierte für Freispruch. Fast 90 Prozent der abstimmenden TV-Zuschauer entschieden, dass der Bundeswehrsoldat, der eine Passagiermaschine mit 164 Menschen in Gewalt von Terroristen abschoss, um 70.000 Leute in einem Fußballstadion zu retten, unschuldig ist.

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dieRealität2020
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step by step muss doch langsam den Gegner der Sterbehilfe bewußt werden,

dass so wie die Geburt auch der Tod zum Bestandteil unseres Lebens zählt. So wie es immer mehr Gesetze um die Geburt bzw. von der zeugung an gibt, so muss dieses auch Gültigkeit für den Tod haben.
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Interessant dabei es melden sich viele zu Wort und wollen von einer Sache sprechen von der sie keine Information noch Wissen besitzen, noch Menschen mit Sterbehilfe kennen oder Angehörige die mit Sterbehilfe verstarben.
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Alles was ich nahezu zum Großteil (nahezu fast alles darüber) seit 13 Jahren von den Gegnern (Ärzte, Journalisten usw.) der Sterbehilfe höre sind "taube Nüsse" da diese Meinungen icht auf der Basis von Fakten und von Wissen sonder nur von "Schimären" gebildet wurden.
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Gerne schreibe ich auf Wunsch über Fakten und eigener Erfahrungswerte die auf Tatsachen beruhen. Bei Diskussionen habe ich auch gerne die Frage in den Raum gestellt, wie stirbt man eigentlich bei "Palliativmedizin"? nicht weniger wie bei Sterbehilfe. Der Unterschied um den es hier tatsächlich geht, ist die Legalität, in einer Gesellschaft in der es keine Sterbehilfe gibt.

dieRealität2020
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das sind die Tatsdachen die jeder nachfragen kann

Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, bedürfen einer palliativen Versorgung, bei der nicht mehr die Heilung und Lebensverlängerung im Vordergrund steht, sondern der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität, Nähe, Zuwendung und die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen.
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Es stehen die Lebensqualität des Patienten – sein subjektives Wohlbefinden, seine Wünsche und Ziele – im Vordergrund der Behandlung. Als wesentliche Komponenten der Palliativmedizin gelten Symptomkontrolle, psychosoziale Kompetenz, Teamarbeit und Begleitung des Patienten und seiner Angehörigen. Was hier aber verschwiegen wird ist, dass eines Tages die Medikamentenversorgung über Urteil der Ärzte und mit Zustimmung seiner Angehörigen eingestellt wird und nicht über eigenen Wunsch.
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Wer wie ich s.o. schrieb Menschen in der Sterbehilfe und seine Begleitung kennt, der weiß das es hier die gleichen Voraussetzungen gegeben sind. Die Basis bildet der Wunsch des Sterbenden ob und wie er möchte aus dem Leben zu scheiden.

Mezgolits
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29,2 Prozent ...

Vielen Dank - ich meine: Egal, ob 0 oder 100 Prozent: Niemand kann seinen Willen, anderen
Personen - UNRECHTMÄßIG - aufzwingen. Stefan Mezgolits, Erfinder und Erstantragsteller