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Neue Show"Sorry für alles": ZDF schickt Kandidaten in ihre eigene Truman-Show

Die Sendungsmacher krempeln mit Hilfe von Familie, Freunden und Promis das Leben der unwissenden Kandidaten 30 Tage lang kräftig um.

Moderator Steven Gätjen
Moderator Steven Gätjen © ZDF und Sascha Baumann
 

Vier Wochen das Leben eines Menschen ohne sein Wissen auf den Kopf stellen, ihn dabei filmen und dann einladen - das ist das Grundprinzip einer neuen ZDF-Show. Sie trägt den Namen "Sorry für alles", denn die Kandidaten müssen so manche unangenehme oder peinliche Situation vor versteckten Kameras ertragen, bevor sie letztlich mit Wunschpreisen in der Sendung entlohnt werden.

Premiere feiert das Format mit Moderator Steven Gätjen am Mittwoch (7.8., 20.15 Uhr), geplant ist zunächst noch eine weitere Ausgabe eine Woche später. Hinters Licht geführt werden die Ahnungslosen sowohl von Freunden, Verwandten und Bekannten als auch von Promis.

Es steckt ein bisschen "Truman Show" in dem Konzept. In dem US-Kinofilm von 1998 mit Jim Carrey in der Hauptrolle weiß der Versicherungsangestellte Truman Burbank nicht, dass er Teil einer Fernsehserie ist und dass sein Leben seit seiner Geburt von Schauspielern in einer Kulisse begleitet wird. Bei "Sorry für alles" geht es freilich viel harmloser zu, und nicht zuletzt beschränken sich die Irrungen, Wirrungen und die Filmerei auf einen Monat.

In der ersten Ausgabe der 90-minütigen Show trifft es einen 40 Jahre alten Buchhändler aus der Nähe von Köln und eine 21-Jährige aus dem Raum Frankfurt/Main, der ihr Freund gerade einen Heiratsantrag gemacht hat. Sie begegnen in den bewegten Wochen unter anderem Comedian und Moderator Thomas Hermanns und Starkoch Johann Lafer oder Rapper Eko Fresh. Ersterer schleicht sich etwa in die Kerpener Buchhandlung des 40-jährigen Kandidaten, letzterer tischt ihm bei einem vermeintlichen Spitzendinner ungenießbares Essen auf. Eko Fresh rappt ein paar flotte Zeilen mit dem Vater der 21-Jährigen.

Erste Sendung: Kandidatin Alisa und Moderator Steven Gätjen im Studio
Erste Sendung: Kandidatin Alisa und Moderator Steven Gätjen im Studio Foto © (c) ZDF und ZDF/Patrick Seeger (ZDF/Patrick Seeger)

Beide Kandidaten werden am Ende unter einem Vorwand in das Studiogebäude gelotst und stehen dann plötzlich und für sie völlig überraschend vor den Kameras und Moderator Gätjen. Dort erleben sie die gefakten Situationen in Einspielern nach. Sie - sowie Bekannte und Freunde im Studio - müssen Fragen zum Geschehenen beantworten. Zu gewinnen gibt es, je nach erreichter Punktzahl, Dinge, die sich die Reingelegten wünschen - von einer Jahresration an belgischen Pralinen bis hin zu einem Roadtrip nach Las Vegas.

Bis zur Show müssen die Kandidaten so manche Hürde umschiffen. Der eine wird in einer Kneipe in Köln von russischen Touristinnen für einen Schlagersänger gehalten, muss Autogramme geben und auf Russisch trällern. Die Kandidatin bekommt von einem Mann in einem Lokal eine Karte samt Blumenstrauß in die Hand gedrückt - mit dem Auftrag, für den Unbekannten das avisierte Date abzusagen, weil er sich als viel zu jung ausgegeben habe. Später sieht sie sich in einem Malkurs mit einem Nacktmodell konfrontiert und bilanziert in der Show: "Ihr macht mich fertig."

Moderator Gätjen, der früher bei ProSieben "TV total"-Events oder "Schlag den Raab" moderiert hat, sagt zu dem neuen Format: "Ich glaube, dieses bisschen Schadenfreude, was man da als Zuschauer verspürt, das haben wir alle in uns drin." "Sorry für alles" krempele das Leben der Betroffenen aber auf freundliche Art und Weise um. Bei der komplexen Vorarbeit mit Lockvögeln hätten glücklicherweise immer alle dicht gehalten. "Nein, es hat keiner Lunte gerochen, es hat keiner gesehen, wo wir alle Kameras aufgestellt haben und Mikrofone eingebaut haben." Das ganze Umfeld habe Stillschweigen gewahrt. "Zum Glück ist nichts passiert. Das war das Allerwichtigste."

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