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Kritik an ÖVP und FPÖSohn nennt Beileidsbekundungen für verstorbenen ORF-Chef eine "ekelerregende Heuchelei"

"Manchmal wäre es einfach besser zu schweigen". Wieso der Sohn des jüngst verstorbenen früheren ORF-Generalintendanten Gerhard Weis Kondolenzbezeigungen von ÖVP und FPÖ als scheinheilig kritisiert.

Gerhard Weis, ORF-Generalintendant
Gerhard Weis, 1938 - 2019 © ORF
 

Die Kondolenzbezeigungen waren zahlreich und ehrerbietig - dennoch schlägt der Tod des früheren ORF-Chefs Gerhard Weis plötzlich ungeahnte Wellen. Nachdem über alle Parteigrenzen hinweg Beileidsbekundungen zum Tod des einstigen Generalintendanten eingegangen waren, hat sich nämlich ein Sohn des letzte Woche verstorbenen Medienmanagers auf Facebook mit einem wütenden Posting zu Wort gemeldet.

Da Weis im Jahr 2002 von der damaligen schwarz-Blauen Regierung durch Monika Lindner ersetzt worden war, kränkten Florian Weis die Betroffenheitsadressen von ÖVP- und FPÖ-Politikern. In einem offenen Brief auf Facebook kritiserte er nun beide Parteien: „Wenn ich von Euch noch eine einzige Kondolenz zum Ableben meines Vaters lese, muss ich mich übergeben. Den angeblichen ,großen Medienmanager' (Zitat: Norbert Hofer) und die ,starke Stimme des öffentlichen Rundfunks' (Zitat: Gernot Blümel) habt ihr gemeinsam eiskalt abmontiert. Ihr habt extra ein neues Gesetz beschlossen um die Amtszeit meines Vaters frühzeitig zu beenden und ihn durch Monika Lindner ersetzen zu können. Weil mein Vater für etwas stand, das ihr nicht wolltet."

Der frühere Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) hatte Weis in seinem Kondolenztext als "gleichermaßen Fernsehmacher und Medienmanager" bezeichnet und ihm bescheinigt,  "nicht nur neue, innovative Sendeformate" hervorgebracht zu haben. Weis habe auch "den ORF modernisiert und in das 21. Jahrhundert geführt."

Daneben hatte FPÖ-Obmann Norbert Hofer Weis als "großen
Medienmanager" gewürdigt, der die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks maßgeblich geprägt habe. Ein großer Verdienst sei die Modernisierung des Unternehmens und die Entwicklung von mutigen und erfolgreichen TV-Formaten. Für FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein war Weis gar "eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des ORF".

Er wolle seine Kritik nicht falsch verstanden wissen, schrieb Weis weiter in seinem Brief: „Ich weiß, wie Politik und Medienarbeit funktionieren“, hielt Weis, der als Pressesprecher im Stadtservice Wien tätig ist, fest: „Aber Eure tiefe Betroffenheit, weil er ja angeblich so ein toller ORF Chef war, ist nicht nur ekelerregende Heuchelei, sondern pietätslos meiner gesamten Familie gegenüber. Manchmal wäre es vielleicht besser einfach zu schweigen. Danke.“

 

 

Kommentare (34)

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plolin
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Hut ab vor diesem Mann

Endlich einer, der sich traut, die Dinge beim Namen zu nennen. Mich wundert es, dass viele Politiker an ihrer eigenen Schleimspur noch nicht ausgerutscht sind. Zum Kotzen.

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rebuh
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Schleimspur

Ist dir schon mal aufgefallen, bei Beerdigungen praktisch ein normaler Zustand.

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rebuh
2
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Schleimspur

Ist dir schon mal aufgefallen, bei Beerdigungen praktisch ein normaler Zustand.

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dado
28
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Wahlkampf

Zur Zeit ist es wohl modern über andere Parteien zu schimpfen. Wegen einer Beileidsbekundung so ein Medieninteresse?? Der Wahlkampf macht auch beim Sterben nicht halt. Traurig wenn ein Pressesprecher den Tod eines Angehörigen zum Politikum macht und die Kleine Zeitung das groß rausbringt.

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lieschenmueller
3
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In der Trauer ist es dem Sohn eben ein berechtigtes Bedürfnis,

diese für ihn und die Familie kränkende Schleimerei aufzuzeigen. DAS wird man ihm wohl zugestehen!

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jg4186
0
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Verlogenheit

Das ist diese Verlogenheit, Unehrlichkeit mancher Politiker im Land. Und diese ist zum K.... Warum sagt keiner: Ihr Vater war ein guter Mann, hat aber nicht zu unserer Partei gepasst ... oder Ähnliches. Aber nicht lügen!

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Ichweissetwas
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Nennt die Dinge beim Namen!

Würde genau so handeln.

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isogs
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Endlich

einer der die richtigen Worte spricht. Wie oft habe ich mir solche falschen Worte anhören müssen, anstelle " mir is wurscht"

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büffel
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Mal ehrlich....

Abgesehen von dem Kommentar der Angesprochenen:
Wie würdest Du Dich fühlen, wenn bei einem Todesfall eines Deiner nahen Verwandten jemand bekundet, wie egal ihm das ist?

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mobile49
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Oh ja,

ich kann ihn gut verstehen !
Unserer Familie ist ähnliches widerfahren .Ich habe diese Personen nicht zum Begräbnis zugelassen . Ich wurde dafür von manchen "geprügelt" , aber unserer Familie hat es gutgetan , nicht mit diesen falschen Krokodilstränen konfrontiert zu werden .

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gerbur
7
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Klare und richtige Worte!

Die Beileidsbekundungen müsste die Familie nicht zerreißen, hätten Blümel und Co. auch gleichzeitig eingestanden, dass man sich in der Einschätzung der Arbeit des Verstorbenen in einigen Bereichen geirrt hat und man post mortem dafür um Verzeihung bittet. Aber Anstand, Sitte und ein passendes Benehmen ist von den türkisen Egozentrikern und den blauen Desperados auch in Zukunft nicht zu erwarten.

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ichbindermeinung
0
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mein Beileid

....deshalb lieber Unabhängige als Abhängige in diese ganzen Gremien entsenden und die Unabhängigen alle 3 od. 4 Jahr gegen neue hoch bezahlte unabhängige Experten austauschen

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Irgendeiner
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Naja, ich kenne nicht all die Details und dem jungen Mann

liegen die Nerven mit Sicherheit blank,aber ich kann ihn gut verstehen, wenn jene die gegen einen geliebten Menschen intrigiert haben,ihm geschadet und ihn um seine Leistungen betrogen haben, wenn die dann mir Krokodilstränen dortstehen,
und loben und heucheln,man möchte sie am liebsten...naja,jedenfalls finde ich es gut daß manche noch in der Lage sind den Schleier geheuchelter Pietät zu zerreißen und den Fuß runterzustellen.Vom Begräbnis explizit ausladen kommt übrigens auch gut.

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Civium
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Recht hat !!!!

Solche Leute müsste es noch mehr geben , die dieser heuchlerischen konservativen verl , BAG. die Wahrheit ins Gesicht sagt!!!

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crawler
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Passt natürlich

gut zur derzeitigen Situation von gegenseitigen parteiischen Beflegelungen. Leute müssen für etwas herhalten das sie gar nicht verursacht haben.

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mobile49
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lieber Krabbler ,

du hast ein Gefühl wie eine Kreissäge!!

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lieschenmueller
2
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verursacht

Nun, in solchen - und auch vielen anderen - Fällen ist reine Höflichkeitskondolenz angebracht. Daran ist nichts auszusetzen.

Im Politischen ist es heikel. Wenn es zu Lebzeiten unharmonisch war (und da braucht man selbst noch gar nicht im Amt gewesen sein, aber Schwarz-Blau 1 muss schon übergehen ins Gedächtnis der heutigen Türkisen und Blauen, nämlich was da alles geschehen ist) reicht eine förmliche Beileidsbekundigung aus. Bei Übertreibungen fühlen sich die Angehörigen sonst nämlich gepflanzt. Das hat mit Beflegelung nichts zu tun.

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GordonKelz
10
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FINDE ICH AUCH !

Gordon Kelz

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lumpi50
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Endlich

einer, der den Heuchlern die Meinung sagt.
Leider wird es umsonst sein, da sie nix dazulernen wollen.

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hansi01
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Weis weis wie Politik funktioniert

Sein Vater war ein Roter, er ist ein Roter und daher Pressesprecher im Wiener Stadtservice. Ein wenig Angst kann man schon haben das Wien die rote Ohnmacht verliert.

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sonniboy
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Weis wurde 2002 in die Wüste geschickt,

Blümel ist seit 2006 politisch aktiv. Der hat also damit ganz gewiss nichts zu tun.

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Lodengrün
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Er spricht für die Partei

und wenn er nichts weiß dann soll er sich nicht hervortun.

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lieschenmueller
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Das ist natürlich immer eine Gratwanderung, wenn es den Tod betrifft

Gar keine Beileidsbekundungen von dieser oder jener Seite würden auch kritisiert. Aber man könnte diese schlicht halten, ohne Falsch.

Würden sich bei meiner eigenen Beerdigung welche einfinden, die mich zu Lebzeiten getriezt haben und plötzlich schön tun, ich käme noch mal raus!

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Mein Graz
17
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@lieschenmueller

Würd ich auch machen, wird aber nicht gehen - ich lass mich verbrennen.
Aber man könnt ja die Asche dort verstreuen, wo sie solche Pharisäer nicht haben wollen...

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Lodengrün
52
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Das ist eben die Kultur dieser beiden Parteien. Überrascht?

Blümel rennt auf Socken durchs Hohe Haus, Hofer schleudert seinem Gegenüber VdB zig Male "Das ist eine Lüge" ins Gesicht. Die Angelegenheit ist nur eine Fortsetzung dieser "falschen Fuffziger".

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erstdenkendannsprechen
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die kultur der spö ist und war nicht besser, so leid es mir (lange spö-mitglied) tut, das sagen zu müssen.

überrascht weswegen? weil vertreter dieser zwei parteien beileidsbekundungen von sich geben?

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