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Uschi GlasDas "Schätzchen" ist 75

Die Bilderbuchkarriere der dreifachen Mutter begann an Winnetous Seite und in den Wörtherseefilmen der 1960er Jahre. Seit dem Kino-Comeback in der "Fack ju Göhte"-Trilogie hat Uschi Glas auch bei der Jugend einen Stein im Brett.

Uschi Glas wird 75
"Ich empfinde es als großes Glück, dass ich ölter werden darf und gesund bin": Uschi Glas © APA/dpa/Sven Hoppe
 

Wenn Uschi Glas mit dem Verein "brotZeit" eine Schule besucht, geschieht Merkwürdiges: Schüler wollen plötzlich Selfies mit ihr machen. Früher sei sie bei solchen Besuchen nur die nette ältere Dame gewesen, sagt die Schauspielerin der dpa - heute kennt man sie. Die "Fack ju Göhte"-Reihe hat Glas am Schulhof wieder zum Star gemacht. Am 2. März wird das einstige "Schätzchen" 75 Jahre alt.

"Ich empfinde es als großes Glück, dass ich älter werden darf, dass ich gesund bin, dass ich fähig bin zu arbeiten, zu denken und mich zu bewegen. Das ist jetzt keine Koketterie oder so", sagt sie. Aber sie sei "kein großer Selbstfeierer".

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Zu Gast bei Barbara Stöckl am Valentinstag 2019 Foto © ORF

An Winnetous Seite

Dabei wäre das halbe Jahrhundert im Filmgeschäft, das sie hinter sich hat, doch durchaus ein Grund, das zu tun. Glas' Karriere startete eigentlich ganz anders - als Anwaltssekretärin in München, wohin die gebürtige Niederbayerin mit 20 gezogen war. Auf einer Premierenfeier empfahl sie sich dann dem Produzenten Horst Wendtland als Schauspielanwärterin - und bekam die erste Rolle in dem Edgar-Wallace-Film "Der unheimliche Mönch". 1966 war sie das Halbblut Apanatschi an der Seite von Pierre Brice als Winnetou.

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Da war Uschi (im Bild mit "Old Shatterhand" Lex Barker) noch Apanatschi © kk

 

Sie nahm Schauspielunterricht, biss sich durch - und dann kam die legendäre Szene, in der sie als Barbara auf der Polizeiwache einen Beinahe-Striptease hinlegt, um die Polizisten aus dem Konzept zu bringen. Mit "Zur Sache, Schätzchen" schrieb sie 1968 Filmgeschichte - in Schwarz-Weiß, weil damals das Budget nicht für einen Film in Farbe reichte.

Wider den Zeitgeist der 68er

"Nach 'Zur Sache, Schätzchen' war ich das Lieblingskind des Neuen Deutschen Films - danach nicht mehr", sagt Glas und meint mit dem "danach" ihre Weigerung, sich - wie es der 1968er Zeitgeist in der Kreativbranche verlangte - öffentlich zu Willy Brandt zu bekennen. Aus ihrer konservativen Grundhaltung und ihrer Nähe zur CSU hat Glas nie einen Hehl gemacht.

Happy End am Woerthersee
Happy End am Woerthersee: Mit Roy Black in "Hochwürden dürckt ein Auge zu" Foto © ORF

Leichte Muse

Mit Filmen wie der "Lümmel von der ersten Bank"-Reihe war es danach eher die leichtere Muse, ab Mitte der 1970er Jahre war Glas dann häufiger im Fernsehen ("Polizeiinspektion 1", "Unsere schönsten Jahre") zu sehen als auf der Kinoleinwand. Sie spielte auch in verschiedenen Krimis oder Rosamunde-Pilcher-Folgen mit. Einmal fuhr sie mit dem ZDF-"Traumschiff" nach Thailand.

Kino-Comeback

Ihr großes Kino-Comeback hatte sie dann als Burnout-geplagte Lehrerin in der "Fack ju Göhte"-Trilogie von Bora Dagtekin. "Ich habe nie jemanden um die Ecke gebracht und auch nicht um mich geschossen", sagt sie. "Im Endeffekt wurden mir immer nur die Heilsbringer angetragen. Keine Ahnung, warum."

Glas' großes Kunststück: Sie schaffte alles ohne große Skandale, ohne Allüren, ohne dass jemand öffentlich ein böses Wort über die bodenständige Bayerin verliert. Es ist eine Bilderbuchkarriere, die die Mutter von drei Kindern hingelegt hat, keine Frage - auch wenn privat der ein oder andere Stolperstein lauerte.

Private Troubels

Ihr Sohn Ben Tewaag machte eine Zeitlang regelmäßig Schlagzeilen, wie sie eine Mutter wohl ungern lesen möchte, landete im Knast - und im "Big Brother"-Haus von Sat.1. Und ihr erster Ehemann betrog sie mit einer Jüngeren.

Es war das erste und einzige Mal, dass Glas öffentlich so richtig vom Leder zog und zeigte, welches Temperament in der freundlichen Dame steckt: "Ich steh' doch nicht daheim wie ein Möbelstück rum, und er geht abends schnackseln." Und dann war da ja noch die Sache mit ihrer Hautcreme, die der Stiftung Warentest nicht gefiel - für Uschi Glas kein Thema mehr: "Ich bin niemand, der zurückschaut", sagt sie im dpa-Interview. "Ich mag das überhaupt nicht. Das halte ich für vergeudete Zeit."

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