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Vorabkritik ORF-Hit in Sicht: So sind Maria Theresias junge Jahre im TV

Das länderübergreifende Großprojekt "Maria Theresia" wurde auf Schloss Esterházy präsentiert. Zumindest dessen erster Teil. Wie fiel er aus? Großer Schauwert, eine interessante, womöglich polarisierende Besetzung und der versuchte Blick auf die Emotionen und Motivationen der Habsburgerin.

Marie-Luise Stockinger als junge Maria Theresia von Habsburg © ORF
 

Es war ein bisschen wie Fernsehen in den 1980er-Jahren - nicht die Bilder auf der Leinwand betreffend, sondern das Rundherum. Auf Schloss Esterházy präsentierten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und seine Programmdirektorin Kathrin Zechner Teil eins des aufwendigen Zweiteilers "Maria Theresia", den alle vier beteiligten (öffentlich-rechtlichen) Sender aus Tschechien, Ungarn, der Slowakei und eben Österreich im Weihnachts- oder Neujahrsprogramm zeigen. An Bord ist noch Jan Mojtos Beta Film. Die Prunkräume, die feine Gesellschaft, selbst pensionierte Fernsehkritiker aus jener Dekade ließen sich den Abend in Eisenstadt nicht entgehen. Ein Fest zum Schulterklopfen.

Obwohl der ORF finanziell unter 20 Prozent beteiligt ist (also mit nicht einmal einer Million Euro), kommt ein beachtlicher Österreich-Anteil in der Besetzung auf den Bildschirm. Der Großteil wurde übrigens innerhalb von rund 50 Tagen im tschechischen Schloss Valtice (stellt die Hofburg dar) und in der Stadt Kromeríz gefilmt - wo auch Milos Formans Oscar-Klassiker "Amadeus" entstanden ist.

"Maria Theresia" will keine reine Geschichtsstunde, kein typischer Historienfilm sein. Man hätte ohnehin "Die jungen Jahre" als Untertitel hinzufügen sollen, endet Teil eins doch mit dem Tod des Vaters (Fritz Karl als Karl VI.), Teil zwei mit der Krönung der Habsburgerin. Gezeigt werden soll ihre bisher eher unbekannte Seite. Es gibt also fiktionale Freiräume ... Interpretationen, warum sie zur herrschenden Matrone wurde, die sie war. Gesucht wurde die emotionale Wahrheit dieser prägenden Figur.

Teil eins bietet tolle Schau-Bilder Foto © ORF

Das Ergebnis? Teil eins bietet tolle Schau-Bilder und einige wirklich amüsante, wunderbar gefilmte Momente (wie etwa die Hochzeitsnacht), die emotionale Wucht kommt wohl erst in Teil zwei. Die ersten 100 Minuten geraten zwischendurch aus dem Rhythmus, was auch daran liegen mag, dass "Maria Theresia" ursprünglich auf vier Mal 50 Minuten angelegt war - und jedes Kapitel sein Tempo hat. Dem Erfolg wird das keinen Abbruch tun, ein Quotenhit (im ORF am 27. und 28. Dezember) ist garantiert.

Die Titelrolle

Burgmimin Marie-Luise Stockinger schlüpfte in die Titelrolle - und hatte über das Leben der Monarchin vor dem Dreh nur "Schulwissen" gehabt. "Ich hatte sie nie als junge Frau im Kopf", gestand sie am Rande der Filmpräsentation. Und erläutert: "Man weiß, wo und wie sie in die Geschichte eingegangen ist. Durch den Film hat man nun die Freiheit zu erzählen, wie sie so geworden ist." Dabei treffen einander unter der Regie von Robert Dornhelm Liebesgeschichte und politische Zwänge. "Sie hat letztlich eine Rolle für sich gesucht", beschreibt Stockinger Maria Theresia. Dass sie im späteren Leben durchaus autoritär geherrscht habe, hat ihrer Ansicht nach auch mit "einem großen Kontrollverlust in jungen Jahren" zu tun. 

Regisseur Robert Dornhelm mit ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner Foto © ORF

Wie ging der Bühnenstar an den Dreh heran? Es ist ja ihre erste TV-Hauptrolle: "Ich brauche als Schauspielerin einen Spielimpuls", rekapitulierte sie ihre Herangehensweise. "Alles, was ich lese, ist gewissermaßen auch tote Materie. Mir war wichtig, diesen Weg vom Objekt zum Subjekt zu erzählen. Außerdem hat mir geholfen, dass sie offenbar als junge Frau eine hervorragende Schauspielerin war. Diese Inszenierungslust war für mich ganz wichtig, dass das Teil ihrer politischen Strategie war. Sie wusste, wann sie sich schwach inszenieren musste oder betont emotional. Tränen waren ein ganz neues politisches Mittel. Sie wusste, wann Weiblichkeit, wann Männlichkeit einzusetzen war." 

Zum Cast zählen u. a. noch Anna Posch, Zuzana Stivínová, Julia Stemberger, Karl Markovics, Cornelius Obonya, Dominik Warta, Nathalie Köbli, Alexander Bárta, Zoltán Rátóti, Tatiana Pauhofová und Bálint Adorjáni.

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