In einem hochklassigen Finale der "Großen Chance der Chöre" gewann am Freitagabend die Sängerrunde Pöllau aus der Gemeinde Neumarkt im Bezirk Murau. Die Zuseher votierten mehrheitlich für die Steirer, die sich über 50.000 Euro freuen dürfen. Die Formation setzte sich zuerst in einem trachtigen Battle gegen die Young Roses aus Kärnten durch und intonierte anschließend "Wann du moanst", ein berührendes Volkslied, das an ein klassisches Kärntner Lied erinnerte.

Der Sieg ist absolut verdient, denn gemeinsam mit den Gumpoldskirchner Spatzen hinterließen die Pöllauer über die letzten Wochen den nachhaltigsten Eindruck: stets perfekt vorbereitet und sehr sympathisch. Zudem hielten sie eisern an einem Credo fest, das in einer Unterhaltungssendung nicht oft funktioniert: "Wir versuchen, uns durch die Liedauswahl von den anderen zu unterscheiden und nicht durch ,Show'", sagte Barbara Stroitz-Bacher im Vorfeld der Finalshow.    

Während des letzten Auftritts der Spatzen brach ihre Homepage zusammen
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Knapp nicht gereicht für den Gewinn der "Großen Chance" hat es für das VOK aus Leibnitz und die Gumpoldskirchner Spatzen. Sie belegen die Plätze zwei und drei bzw. drei und zwei - genaue Platzierungen gibt der ORF nicht bekannt. Dahinter folgen Seicento aus Südkorea und 4ME, die steirisch-kärntnerische Mischung.

Ein Sieg der Spatzen aus Gumpoldskirchen wäre ebenso verdient gewesen. Das gesangstechnische Niveau des Kinderchors war während der Staffel stets außerordentlich hoch, die Auftritte abwechslungsreich und herzlich. Nachdem sie im Derby-Battle die Musikmittelschule Gumpoldskirchen ausgeschaltet hatten, sangen sie ein bewegendes Wienerlied-Medley. Das VOK verlor sein Duell  gegen 4ME eher unverdient, denn man hatte das Gefühl der große Chor würde das Quartett an die Wand singen. Das Publikum wählte jedoch 4ME direkt in die Entscheidung. Das Vok erhielt eine Wildcard von der Jury. 

Der Battle zwischen 4ME und dem VOK
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Im "Finale des Finales" intonierten 4ME "MMMBop" von den Hansons in verschiedenen Genres, allerdings hatten die Vier im Laufe der Staffel schon charmantere Titel im Petto. Das Vok trat mit "Hallelujah" auf, überzeugte, aber nicht restlos.

Im Alter zwischen 14 und 76

Seit wann die siegreiche Sängerrunde Pöllau aus der mit 80 Einwohnern kleinsten steirischen Pfarre in der Gemeinde Neumarkt im Bezirk Murau überhaupt besteht, weiß man dort nicht so genau: "Entstanden sind wir vor circa 70 Jahren aus einer singbegeisterten Männerschar heraus." Von den 37 Mitgliedern standen immer 33 auf der ORF-Bühne. Otwin Lauchard ist mit 76 der älteste Sänger, seine Enkelin Anja Jandl (14) die jüngste. Geprobt wird einmal pro Woche beim Haslwirt. Für die 50.000 Euro gibt es schon Pläne: Ein Teil wird  gespendet und der Rest in Stimmbildung und ein Piano für den Proberaum investiert.