Als wäre das derzeit anhaltende Säbelrasseln nicht eh schon laut genug, könnte man denken, aber weit gefehlt: Der Blick auf die Schau „Iron Men – Mode in Stahl“, ist vielmehr ein aufgeklärter, denn ein verklärter. Und wie so oft zeigt sich auch hier die ungeheure Macht der Populärkultur – von Artus aus Camelot bis zu "Game of Thrones" in Westeros: Das Bild des edlen, in Stahl gehüllten Ritters haben wir vor allem ihr zu verdanken. Die Fortschreibung eines falsch im Mittelalter verorteten Helden, der allem Unbill trotzt. Tatsächlich war die Ritterrüstung, auch Harnisch genannt, eine Erfindung der Renaissance. Ihr Nutzen wurde auch schon nach kurzer Zeit mit dem Aufkommen der Feuerwaffen obsolet.

Die rund 170 Objekte stammen zum Teil aus der Hofjagd- und Rüstkammer oder sind Leihgaben, wie etwa aus dem Metropolitan Museum of Art in New York. In Kombination unter anderem mit Bildern aus der Gemäldegalerie entsteht so ein verdichteter Einblick in eine Welt, die nur auf den ersten Blick eine des Kampfes war, denn nur die wenigsten der ausgestellten Harnische waren für den Krieg bestimmt. Und genau jenen anderen Bedeutungsebenen räumt Kurator Stefan Krause den meisten Platz ein: Harnische waren vor allem Repräsentationswerkzeuge, die Macht, Machtfülle, Status und Männlichkeit repräsentieren sollten. Nicht umsonst lautet der Untertitel der Schau auch: Mode in Stahl.