Plötzlicher AbgangKunsthaus-Chefin Barbara Steiner verlässt Graz in Richtung Dessau

Erst 2016 hatte sie ihr Amt in Graz angetreten, nach fünf Jahren ist nun Schluss. Mit 1. September übernimmt Barbara Steiner die Leitung der Stiftung Bauhaus in Dessau.

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Kunsthaus Graz, Leiterin Barbara Steiner
Kunsthaus-Chefin Barbara Steiner verlässt Graz übernimmt die Leitung der Stiftung Bauhaus Dessau © Universalmuseum Joanneum/N. Lack
 

Der Abgang kommt mehr als plötzlich: Die Grazer Kunsthaus-Leiterin Barbara Steiner verlässt Graz und übernimmt die Leitung der Stiftung Bauhaus im ostdeutschen  Dessau. Sie tritt die Stelle bereits mit 1. September an.

Die gebürtige Niederösterreicherin Steiner hatte die Kunsthaus-Leitung in Graz vor fünf Jahren übernommen, neue architektonische Akzente gesetzt und eine Reihe von international beachteten Ausstellungen realisiert - zuletzt kuratierte sie Personalen von Bill Fontana und Herbert Brandl. Derzeit ist im Kunsthaus, das zum Universalmuseum Joanneum gehört, ihre Ausstellung  "was sein wird" im Rahmen der Steiermark Schau zu sehen.

Mit ihr bekomme die Stiftung Bauhaus Dessau "eine neue Direktorin von herausragender Persönlichkeit und profundem Wissen über die Auseinandersetzung mit der Moderne“, so Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra, Steiner verfüge "über langjährige Leitungserfahrung in Kultureinrichtungen. Zudem wirkte sie viele Jahre in Leipzig und kennt damit den Standort Ostdeutschland nicht nur aus Medienberichten. Ich traue ihr zu, lokal relevante Themen an globale Diskurse zu knüpfen."

"Sie hat mit ihrer Arbeit, vielen innovativen und einzigartigen Projekten, das Kulturland Steiermark bereichert", würdigte der steirische Kulturlandesrat Christopher Drexler die scheidende Kunsthistorikerin. Für den Grazer Kulturstadtrat Günter Riegler lag ihre besondere Leistung "in der immer stärkeren Vernetzung mit inländischen und europäischen Häusern zeitgenössischer Kunst."

Wann und wie Steiners Position neu besetzt wird, ist derzeit noch unklar. Spannend wird, wer sich nun für den Job in Stellung bringt und ob die Position neu ausgeschrieben wird oder einfach nachbesetzt werden kann - letzteres wäre an sich möglich, da Steiner im Joanneum nicht Geschäftsführerin, sondern  Abteilungsleiterin ist. Die Entscheidung über eine Ausschreibung liegt nun bei den Kunsthaus-Eigentümern Land Steiermark und Stadt Graz.

Nach Ostdeutschland unterhält Steiner seit langem eine enge Beziehung: Vor ihrer Berufung nach Graz lehrte sie in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst "Kulturen des Kuratorischen" und war dort Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst. In Graz war ihr Vertrag erst im Vorjahr bis 2026 verlängert worden. Nach ihrer plötzlichen Berufung hat sie nun zugesichert, dem UMJ noch bis Ende des Jahres zur Verfügung zu stehen. Geplant ist, dass sie im Herbst nach Ende der "Steiermark Schau" noch die Ausstellung "Superflex" und eine Schau des Künstlerpaars Johanna und Helmut Kandl kuratiert.

 

Kommentare (8)
Estarte
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"PLÖTZLICH"

Man bewirbt sich nun "PLÖTZLICH" um eine neue Stelle.
......"Sie freue sich auf die neue Aufgabe und darauf, die bislang geleistete hervorragende Arbeit der Stiftung Bauhaus Dessau weiterzuführen beziehungsweise auszubauen. Sie sehe diese im Spannungsfeld von Mythos, Marke, Welterbestätte. Dazu kämen Anforderungen an die Designforschung und Lehre. Sie wolle zudem die Vernetzung der Stiftung in der Stadt, Region und international vorantreiben, erklärte Steiner.

Die Dessauer Direktorenstelle sollte ursprünglich zum 1. Januar 2021 neu besetzt werden. Das Besetzungsverfahren war jedoch abgebrochen und neu ausgeschrieben worden. Zur Begründung hieß es, keine Bewerbung habe die Anforderungen vollständig erfüllt. Zum anderen seien die Anforderungen an die ausgeschriebene Stelle im Ausschreibungstext in der Gesamtschau nicht zutreffend erfasst worden.......".

Estarte
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"Graz als Sprungbrett ?"

Frau Dr. Steiner kam 2016 als Abteilungsleiterin und war "Feuer und Flamme für Graz", das Brennen ist 2020 bereits erloschen.
Was war die Leistung? was bleibt?
2003 stand das Kunsthaus, 2017/2018 wurde bereits unter der Leitung von Steiner, mit den Mitteln für Ausstellungen, der Eingangsbereich um Millionen umgebaut.
Vorzuweisen sind Ausstellungen von internationalen Künstlern, die steirischen und österreichischen Künstler bleiben, bis auf ihre eigenen internationalen Lieblinge (wie Wurm) auf der Strecke.
Der Besucherzustrom lässt weiterhin zu wünschen übrig, es kam trotz neuer Eingangshalle eher zu einem Besucherschwund.
Der Posten wird wohl eher politisch nachbesetzt,, als ausgeschrieben werden, denn wer sollte denn über eine Kompetenz entscheiden, hat doch die GF des Joanneums selbst keine Ahnung vom Museum und kam politisch zu ihrem Posten, und Herr Muchitsch kann einen Kunsthistoriker von einer Aufsichtsperson nicht unterscheiden..
Wichtig ist primär nicht der Eingang eines Museums, sondern der Inhalt, das Ausgestellte.
Zu sehen waren immer wieder Banalitäten, mit denen die Grazer nichts anfangen konnten.
Wie das Haus geführt wurde und wird ist an Überheblichkeit gegenüber dem Steuerzahler nicht zu überbieten.
Die Gründe für den Wechsel, wird die Öffentlichkeit nicht erfahren.

Estarte
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DAS BERENNEN FÜR GRAZ IST NACH 5 JAHREN ERLOSCHEN

Wechsel nach Dessau in eine Stadt mit etwa 90.000 Einwohnern.
Kunsthaus verliert Chefin
Es stellt sich die Frage, warum es zu einem „plötzlichen “Wechsel nach Dessau kommt, wäre doch die
Zeit als „Chefin“ automatisch verlängert worden.
Eventuell begnügt sich Frau Dr .Steiner nicht mit dem Titel „Abteilungsleiterin“? oder die Mittel für Ausstellungen neigen sich dem Ende, hat man doch auch einen beträchtlichen Teil für den Eingangsbereich verwendet, durch den es auch nicht gerade zu einem Ansturm auf das Museum kam.
Möglicherweise ist sogar das Feuer ausgegangen, Frau Steiner war vor Antritt ihres Postens angeblich : „Feuer und Flamme für die Stadt“, und wollte steirischen Künstlern die Möglichkeit zum Ausstellen geben.
Was war die Leistung?
Steiner kann durchaus auf Ausstellungen, von internationalen Künstlern verweisen, aber das ist keine Kunst, mit genügenden finanziellen Mitteln.
Es mag auch sein, dass man dadurch für Aufmerksamkeit im Ausland sorgte und Häuser vernetzen konnte, aber man vergaß darauf, steirische noch nicht international bekannte Künstler einzubringen.
Man vergaß vor allem auf die Besucher=Steuerzahler, die dieses Haus finanzieren.
Die Steirer verlieren mit dem Abgang der Leiterin nicht wirklich viel, denn mit vielen banalen Ausstellungen konnten die Grazer nichts anfangen, der Ansturm blieb aus.

Estarte
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DAS BRENNEN FÜR GRAZ IST NACH 5 JAHREN ERLOSCHEN

Korrektur

baecki
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Schade

Da geht eine ganz tolle Frau die dem Kunsthaus Weite und Profil gegeben hat! Alles Gute für die neue Aufgabe!

kukuro05
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Klarer Fall:

wer will sich schon in Graz in der Kulturszene mit Spießern und Intriganten herum ärgern!

altbayer
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Grazer

Welcher Grazer geht schon freiwillig ins Kunsthaus, außer ins Kunsthauskaffee...

princeofbelair
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@altbayer

Ich und viele meiner Bekannten.