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Umstrittener Uffizien-Chef Eike Schmidt: "Museen gehören allen, nicht nur einer selbsternannten Elite"

Der Chef der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt, verteidigt die Social-Media-Strategien des Museums: Er will damit jüngere Generationen für die Sammlungen begeistern.

++ ARCHIVBILD ++ 'DIE PRESSE': EIKE SCHMIDT SAGT ALS KHM-GENERALDIREKTOR AB
Der umstrittene Uffizien-Direktor Eike Schmidt © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Verfremdete Kunst-Memes auf TikTok und eine Influencerin als moderne Venus auf Instagram: Uffizien-Direktor Eike Schmidt hat die Social-Media-Strategie der weltberühmten Florenzer Kunstsammlung gegen Kritiker verteidigt. Damit wolle man die jüngeren Generationen für die Sammlungen begeistern, sagte der 52-jährige deutsche Kunsthistoriker der römischen Zeitung "La Repubblica". "Wir haben eine demokratische Auffassung des Museums: Unsere Sammlungen gehören allen, nicht nur einer selbst ernannten kulturellen Elite, aber vor allem den jungen Generationen", sagte Schmidt, der die Uffizien seit 2015 leitet.

Kürzlich hatten die Uffizien ein Foto der Unternehmerin und Influencerin Chiara Ferragni (33) auf Instagram gepostet, auf dem sie in ausgefransten Shorts und bauchfreiem Top vor dem Bild "Die Geburt der Venus" von Sandro Botticelli (1445-1510) posiert. Im Begleittext wird Ferragni als "eine Art zeitgenössische Gottheit der Social-Ära" mit der mutmaßlichen Botticelli-Muse Simonetta Vespucci verglichen, die "das weibliche Ideal der Frau mit blonden Haaren und zarter Haut" der Renaissance verkörperte. Der Post bekam mehr als 33.000 Likes, es gab aber auch Kritik. Schmidt beklagte "eine Lawine sexistischer Kommentare gegen eine Self-Made-Frau".

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Ieri ed oggi ... I canoni estetici cambiano nel corso dei secoli. L’ideale femminile della donna con i capelli biondi e la pelle diafana è un tipico ideale in voga nel Rinascimento. Magistralmente espresso alla fine del '400 da #SandroBotticelli nella Nascita di #Venere attraverso il volto probabilmente identificato con quello della bellissima Simonetta Vespucci, sua contemporanea. Una nobildonna di origine genovese, amata da Giuliano de’Medici, fratello minore di Lorenzo il Magnifico e idolatrata da Sandro Botticelli, tanto da diventarne sua Musa ispiratrice. Ai giorni nostri l’italiana Chiara Ferragni, nata a Cremona, incarna un mito per milioni di followers -una sorta di divinità contemporanea nell’era dei social - Il mito di Chiara Ferragni, diviso fra feroci detrattori e impavidi sostenitori, è un fenomeno sociologico che raccoglie milioni di seguaci in tutto il mondo, fotografando un’istantanea del nostro tempo. 🌍ENG: Beauty standards change in the course of time. The female ideal of a blonde- haired woman with diaphanous skin is a very common beauty model in the Renaissance. Masterfully expressed by the Florentine Sandro Botticelli in The birth of Venus maybe portraying the face of one of his contemporary, Simonetta Vespucci. A beautiful noble woman, of Genoese origin, beloved by Giuliano de’ Medici, the younger brother of Lorenzo the Magnificent ; she was so worshiped by Sandro Botticelli that she became his muse. Nowadays, Chiara Ferragni, born in Cremona, embodies a role model for millions of followers - a sort of contemporary divinity in the era of social media - The myth and the story of Chiara Ferragni, argued by harsh critics and supported by faithful fans, is a real sociological phenomenon that involves millions of supporter worldwide and it can undoubtedly be considered a snap-shot of our time.

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Auf TikTok hatten die Uffizien in jüngster Zeit unter anderem mit einer verspielten Darstellung der "Medusa" von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) mit coronagemäßem Mund-Nasen-Schutz von sich reden gemacht. "Wir waren unter den ersten Museen, die auf TikTok gegangen sind", sagte Schmidt der Zeitung. "Es bewegt mich, Briefe von Eltern zu bekommen, die mir erzählen, wie ihre Kinder sie darum gebeten haben, die Uffizien zu besuchen, nachdem sie die TikTok-Videos gesehen haben", fügte er hinzu.

Uffizi/TikTok
Das von den Uffizien verbreitete Bild © Uffizi/TikTok
Der aus Freiburg stammende Schmidt ist der erste ausländische Direktor in der fast fünfhundertjährigen Geschichte des Florenzer Kunsttempels. Eigentlich hätte er 2019 die Leitung des Kunsthistorischen Museums in Wien übernehmen sollen, Schmidt hat dann allerdings kurzfristig abgesagt, was für gehörigen Wirbel gesorgt hatte.

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