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KasselReisscheune als Leitbild: Einblicke in die documenta 2022

Die Kuratoren der nächsten documenta haben einen Einblick in ihre Pläne gegeben. Als Leitbild dient eine übervolle Reisscheune, wie sie am Donnerstag in Kassel mitteilten.

Die documenta findet alle fünf Jahre in Kassel statt
Die documenta findet alle fünf Jahre in Kassel statt © (c) dapd (Thomas Lohnes)
 

 Die "documenta fifteen", wie sich die global agierende Ausstellung diesmal nennt, findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt. Geleitet wird sie von dem Künstler-Kollektiv Ruangrupa aus dem indonesischen Jakarta. "'lumbung' ist das indonesische Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird", berichtete die documenta. "Ruangrupa hat der documenta fifteen die Werte und Ideen von lumbung zugrunde gelegt." Der Begriff sei mehr als ein Thema: Institutionen aus der ganzen Welt sollen sich zusammenschließen, "um gemeinsam lumbung zu praktizieren. Jeder der lumbung-member wird einen Beitrag leisten und verschiedene Ressourcen wie Zeit, Raum, Geld, Wissen, Fürsorge und Kunst teilen und erhalten."

Auf der Homepage der documenta wurde eine Liste von "lumbung-membern" veröffentlicht. Mit dabei sind Initiativen aus Mali, Palästina, Kolumbien, Ungarn, Dänemark und das Berliner Zentrum für Kunst und Urbanistik. Sie sollen "auf verschiedene Weise und durch unterschiedliche Ausdrucksformen" zur documenta fifteen beitragen.

Die Verantwortlichen der weltweit wichtigsten Schau für zeitgenössische Kunst hatten das Kuratorenteam im Februar 2019 bekanntgegeben. Ruangrupa, das aus einem festen Kern aus zehn Künstlern besteht, tritt die Nachfolge von Adam Szymczyk an, der die documenta 14 künstlerisch verantwortet hatte.

Im November 2019 hatte Ruangrupa einen ersten Vorgeschmack gegeben: Das Künstlerkollektiv hatte einen Raum in der Schau "about: documenta" in Kassel gestaltet. Ein im März 2020 geplantes zweiwöchiges Treffen des gesamten künstlerischen Teams fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Die rund 30 Teilnehmer aus über zehn Ländern trafen sich stattdessen in Videokonferenzen.

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