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Grazer Kulturjahr 2020Wie man dank Kunst zum Stadtnomaden wird

Der Grazer Kunstverein zieht um: Quer durch alle Bezirke werden heuer alternative Orte als Heimstätten erprobt.

Edward Clydesdale Thomson und der Kunstverein als Nomaden © KK
 

Was braucht die Kunst? Wer braucht Kunst? Wie vermittelt man Kunst? Es sind nicht die unwesentlichen Fragen, die der Grazer Kunstverein im Kulturjahr aufwirft. Mit dem Künstler Edward Clydesdale Thomson konzipierte man ein Szenario, in dessen Rahmen der Verein temporär umzieht: In allen Grazer Bezirken wird man sich ausbreiten.

Kunstverein-Leiterin Kate Strain: „Wir fühlen uns an unserem Standort in der Burggasse sehr wohl. Aber es ist wichtig, sich manchmal aus der Komfortzone herauszubewegen.“ Thomson hat sich für das Projekt intensiv in der ganzen Stadt nach geeigneten Orten umgesehen. Und wurde fündig. So wird die Merkur-Arena in Liebenau zum Ort feministischer Sitzungen und der Bezirk Andritz mit einem mobilen Veranstaltungsort bereichert.

Egal, ob eine Bar im Lend, ein Badehaus in Waltendorf, ein Privatgarten in St. Peter, ein Klassenzimmer im Freien in Mariatrost, ein Aufzugsschacht in Gösting – alle diese Orte werden im Lauf des Jahres von einer Künstlerin oder einem Künstler bespielt. Diese Interventionen fragen danach, wie sich Kunst transformiert, wenn sie transferiert wird. Die Kunstbefragung ist zugleich eine Selbstbefragung: Benötigt man heute noch einen 500 Quadratmeter großen Ausstellungsraum wie in der Bürgergasse, um zeitgemäß zu arbeiten?

Das Projekt ist mit offenem Ausgang angelegt: Als künstlerische Untersuchung, die auf neue Erkenntnisse auf die Frage nach der Funktion einer Institution wie des Kunstvereins spekuliert. In der Burggasse 4 ist ein Depot zum Projekt eingerichtet, ein Ort des Zusammenkommens, ein Archiv und Atelier, offen für Diskussionen und Recherchen. Dort wird das Sonderprojekt auch eröffnet. Freitag, 24. Jänner, um 19 Uhr. Die ersten Umzugsaktionen: Am 28. Februar zieht man in die Stadtbibliothek, am 4. März ins Stadion. Im Botanischen Garten läuft bereits eine permanente Aktion. Der Kunstverein wird 2020 neben diesem Sonderprojekt ganz regulär sein Ausstellungsprogramm weiterführen, beginnend ab 12. Februar mit einer Schau von Richard Kriesche.

www.grazerkunstverein.org

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