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PragRenommierter Trebbia-Preis für Medienkünstler Weibel

Der österreichische Medienkünstler Peter Weibel, erst vor einem Monat als Direktor des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe verlängert, erhält in Prag den renommierten Trebbia International Award.

Langzeitdirektor Peter Weibel, im März 75 geworden, bleibt noch bis 2023 © APA
 

Die Mitglieder des Trebbia International Nomination Commitee (INC) haben entschieden: Peter Weibel (75), österreichischer Medienkünstler und künstlerisch-wissenschaftliche Vorstand des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe (ZKM), erhält den diesjährigen Trebbia-Preis. Die nach dem ligurischen Fluss benannte, renommierte Auszeichnung ehrt KünstlerInnen, Unternehmen und WohltäterInnen aus aller Welt. Die Preisverleihung der Trebbia International Awards findet am Sonntag, 22. März 2020 im Prager Gemeindehaus statt und wird live im tschechischen und slowakischen Fernsehen übertragen.

Die Jury ehrt die künstlerische Tätigkeit des Künstlers und Kurators Peter Weibel mit dem Trebbia-Preis, der neben einer Urkunde eine Trebbia-Statuette des führenden tschechischen Bildhauers Stafan Milkov erhält. Die internationale Auszeichnung Trebbia entstand in der Prager Kirche St. Rochus als einem naturhistorischem Ort, der für eine fast tausend Jahre alte geistige Entwicklung und erfolgreiche Beziehungen zwischen Wohltätern und Kulturschaffenden steht. Seit 1994 beherbergt die St. Rochus Kirche die internationale Galerie "Miro", die als Ausdruck des Dankes an Unternehmen, Wohltäter und Künstler im Jahr 2000 den europäischen Preis ins Leben gerufen hat. Heute wird der Preis von der Stiftung Trebbia verliehen. Zu den bisherigen PreisträgerInnen gehören u. a. Markus Lüppertz, Ronnie Wood, Václav Havel, Bob Geldorf, Wladimir Klitschko, Luciano Benetton, Annie Leibovitz, König Norodom Sihamoni und Karel Gott.

Trebbia-Komitee

Die Mitglieder des Trebbia International Nomination Commitee 2020:

Benke Aikell (Schweden), Eigentümer und Herausgeber des Magazins Czech & Slovak Leaders

Eva Blahovä (Slowakei), Professorin für Opern- und Konzertgesang, Mitglied des Kunstrates BHS Bratislava und emeritierte Direktorin der Janacek-Oper in Brünn

Michael Haas (Schweiz / Deutschland), Sammler, Galerist und Kurator

Hynek Kmoníček (Tschechische Republik), Diplomat, z.Z. tschechischer Botschafter in den USA

Michael March (USA / Tschechische Republik), Schriftsteller, Dichter und Gründer des Internationalen Schriftstellerfestivals in Prag

John Mucha (Vereinigtes Königreich / Tschechische Republik), Bankier, Enkel und Nachlassverwalter von Alfons Mucha

Martin Jan Stránský (USA / Tschechische Republik), Arzt, Pädagoge, Verleger und Publizist

Klaus von Trotha (Deutschland), ehemaliger Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur von Baden-Württemberg

Verlängerung Weibels als ZKM-Chef im Dezember

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski hatte nach einer Sitzung des ZKM-Stiftungsrats Mitte Dezember des Vorjahres bestätigt, dass Peter Weibel bis 2023 Chef des Hauses bleibt Der 75-jährige Medienkünstler führt das weltweit beachtete Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien seit zwei Jahrzehnten. Sein aktueller Vertrag wäre Ende 2020 ausgelaufen.

In den vergangenen Monaten hatte es Unruhe rund um das ZKM gegeben, weil Forderungen nach Verlängerung des Vertrags laut geworden waren und auch Weibel selbst das anstrebte. "Unser zentrales gemeinsames Ziel ist es, das ZKM in eine gute Zukunft zu führen", sagte Olschowski. Das ZKM war 1989 von Stadt und Land als Stiftung gegründet und 1997 eröffnet worden. Es widmet sich dem ganzen Spektrum von Medien und Kunst.

Ausstellung über den Hausherren

Anlässlich des 75. Geburtstags von Peter Weibel gibt die Ausstellung erstmals einen Überblick über das Gesamtwerk des international bedeutenden Medien- und Konzeptkünstlers Foto © ZKM/Tandl und Grünschloß

Ende September hatte im Haus die Schau "respektive Peter Weibel" über den österreichischen Kunstpionier eröffnet. Anlass der Ausstellung: Das ZKM feierte in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen, Weibel im März seinen 75. Geburtstag, und er ist seit 20 Jahren ZKM-Chef. "Das ist eine gute Gelegenheit, zu zeigen, wer ich eigentlich bin", sagte Weibel bei der Vernissage.


Der Betrachter unter Beobachtung eines Riesenauges, mit den Füßen des Besuchers getretenes Recht und der Künstler als Hund an der Leine: Es ist der bisher umfassendsten Überblick über das Schaffen des österreichischen Medienkünstlers und stellt ihn als Aktions-, Video-, Sound- und Fotokünstler vor; aber auch als Theoretiker und Wissenschafter, der mit Sprache, Bildern und den Medien experimentiert. Bis zum 8. März nächsten Jahres sind rund 400 Werke zu sehen, von seinen Anfängen in den 1960er Jahren bis heute.

Ob politisches Statement, visuelle Poesie oder Dekonstruktion der medialen Wirklichkeit: "Die Heterogenität zeichnet sein Werk aus", so Judith Bihr, eine der drei Kuratoren der Schau. Und ein roter Faden, der sich durch sein Werk zieht: Der Unterschied zwischen medialer und wirklicher Realität sowie das Spiel mit dem Betrachter.

"Aus der Mappe der Hundigkeit, 1968": Legendäre Kunstaktion von Valie Export und Peter Weibel in Wien Foto © Weibel/KK

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