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Verstorbener KünstlerAusstellung von Martin Roth im Kunst Haus Wien

"In october 2019 I listened to animals imitating humans" nennt sich die Ausstellung in Wien, die den heuer in New York mit nur 41 Jahren viel zu früh verstorbenen Steirer Martin Roth würdigt.

Martin Roth, hier mit einer seiner Installationen 2012 in Schloss Kalsdorf, wird im Kunst Haus Wien gewürdigt © Clemens Nestroy
 

In der Garage, dem kleinen Kunstraum des Kunst Haus Wien, sieht es ziemlich nach Baustelle aus - allerdings nach einer schon länger verlassenen. Für die Installation des Grazer Künstlers Martin Roth wurde der Boden des Raumes mit Bauschutt und skulpturalen Bruchstücken bedeckt, wilde Pflanzen schicken sich an, der Natur Terrain wieder zurückzuerobern.

"In october 2019 I listened to animals imitating humans" lautet der nicht gerade eingängige Titel der bis 12. Jänner 2020 laufenden Ausstellung, die der 1977 in Graz geborene Künstler, der im Juni in seiner Wahlheimat New York unerwartet verstorben ist, noch selbst konzipiert hatte. Der Titel nimmt Bezug auf eine Toninstallation, die den Soundtrack zur Trümmerlandschaft liefert: "Zu hören sind vor allem Vögel, die technisch hergestellte Geräusche wie Klingeltöne, Autoalarm oder Sirenen imitieren - ein Nachhall unseres technisierten Lebens", heißt es in der Ankündigung. Der Mensch ist nach dem Zusammenbruch der Zivilisation nur noch mittelbar anwesend - mit Artefakten oder als Echo der ihn überlebenden Natur. Mit der Ausstellung setzt das Kunst Haus Wien seine Serie der Auseinandersetzungen zu ökologischen Themen fort.

Martin Roth, Sohn von Unternehmer Hans Roth, hatte Organismen wie Pflanzen, Vögel und Frösche in von ihm kreierte Umgebungen gesetzt und damit sozialkritische Geschichten erzählt. Roth hatte am Hunter College in New York seinen Master gemacht und war danach in der US-Metropole geblieben. Seinen Umgang mit gesellschaftspolitischen Umwälzungen belegte eine Arbeit 2017, für die er ein Lavendelfeld von Lampen bestrahlen ließ, deren Beleuchtungsintensität vom Twitter-Konto des US-Präsidenten Donald Trump gesteuert wurde.

Information

Foto © Kunst Haus Wien/KK
Veranstaltertext

Der österreichische Künstler Martin Roth (1977–2019) erregte mit ortspezifischen Installationen und Interventionen zwischen Kunst und Natur Aufmerksamkeit. Seine ephemeren und temporären Räume, meist apokalyptisch-dystopische Szenarien aus Schutt, Ziegeln oder Zivilisationsabfällen, belebte er wortwörtlich mit geretteten Tieren (Fröschen, Vögeln, Schnecken, Labormäusen, etc.) und/oder Pflanzen – einerseits wirken diese als Katalysatoren zusammen mit dem Faktor Zeit für den Zerfall von Ort und Material. Gleichzeitig sind diese ein Versprechen für Erneuerung und Fortbestand von zumindest Natur und Materie. 

Für die Installation im Kunst Haus Wien hat der Künstler den gesamten Boden der „Garage“ mit Bauschutt und skulpturalen Bruchstücken angefüllt – in den Lücken siedeln sich wilde Pflanzen an – und mit einer Soundinstallation versetzt: Zu hören sind vor allem Vögel, die technisch hergestellte Geräusche wie Klingeltöne, Autolärm, Sirenen, etc. imitieren – ein Nachhall unseres industrialisierten Lebens. Roth hat in einem Beziehungsgeflecht von Künstler/Rezipient, Mensch/Tier/Natur und Zeit/Raum Themen von Dislokation, Substitution, Verfall, Ungleichheit und Unordnung aufgegriffen und subtile Symbolbilder vom Zustand unserer Welt geschaffen. In october 2019 I listened to animals imitating humans. ist seine erste museale Ausstellung in Österreich, die der Künstler noch vor seinem frühzeitigen, unerwarteten Ableben in seiner Wahlheimat New York dieses Frühjahr konzipierte. Kuratorin: Margareta Sandhofer

Martin Roth: "In october 2019 I listened to animals imitating humans". Bis 12. Jänner, Kunst Haus Wien, Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien, Tel. (01) 712 04 91, www.kunsthauswien.com

Foto © Kunst Haus Wien/KK

 

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