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Salzburger Museum der Moderne Wenn Künstler auf den Mond fliegen

Auch das Museum der Moderne in Salzburg kommt heuer nicht um ein prominentes Jubiläum herum. Die Ausstellung "Fly Me to the Moon. 50 Jahre Mondlandung" präsentiert gleich 280 Exponate, die sich künstlerisch mit dem Mond auseinandersetzen.

Raumkapsel "Martin Luther" im Treppenaufgang: "Space Walk" von Yinka Shonibare © (c) Fotografie: Rainer Iglar / Salzb
 

"Der Mond übt seit Jahrtausenden eine enorme Faszination auf die Menschen aus. Wir nehmen das Jubiläum der Mondlandung zum Anlass, um den Mond und die Reise dorthin als Thema für die Kunst näher zu betrachten", erklärte Thorsten Sadowsky, Direktor des Museums der Moderne, bei einem Presserundgang am Freitag.

Mondmission

Der Schwerpunkt der Schau liegt klar auf Werken aus dem 20. Jahrhundert und der Gegenwart, auch wenn einzelne Exponate bis zu Galileo Galilei zurückgehen. Während einige Ausstellungsstücke viel Raum einnehmen - etwa ein großer Fiberglas-Abguss von der Oberfläche der dunklen Seite des Mondes -, braucht man für andere Exponate eine Lupe: Das "Moon Museum" ist eine gerade einmal 1,9 mal 1,3 Zentimeter große Keramikplatte mit sechs Werken prominenter Künstler der 1960er Jahre und eine der wenigen Kopien des während der Apollo 12-Mission angeblich heimlich auf dem Mond zurückgelassen Originals.

Moonwalk: Ausstellung im Salzburger Museum der Moderne

fly me to the moon

Vladimir Dubossarsky & Alexander Vinogradov:  Cosmonaut No. 1, 2006

Kiki Kogelniks "Moon Baby", 1968

Kiki Kogelnik Foundation

Peterchens Mondfahrt. Hans Baluschek illustrierte das Märchen von Gerdt Bernhard von Bassewitz

Bildarchiv Bröhan Museum

René Magritte "Le seize septembre", 1956

Bildrecht Wien

Sylvie Fleury "High Heels on the Moon", 2005

Schauwerk Sindelfingen

Yinka Shonibare  "Spacewalk", 2002

Friedman Gallery London

Ausstellungsansicht 50 Jahre Mondlandung

(c) Fotografie: Rainer Iglar / Salzb
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Licht und Schatten

Die Schau selbst ist in insgesamt acht unterschiedliche Kapitel eingeteilt. Beleuchtet wird beispielsweise die Rolle der Astronomie, aber auch die Faszination von Mondlicht und Mondschatten auf Künstler. Psychologische Aspekte spielen bei der Auseinandersetzung mit der "Mondkrankheit" eine Rolle, viel Platz wird dem Wettlauf zwischen USA und UdSSR im Weltall während des Kalten Kriegs und den Helden- und Antihelden der Raumfahrt eingeräumt. Die Ausstellung fragt, welche Utopien Künstler nach den Mondlandungen getrieben haben und stellt dabei auch die geschlechtliche wie geografische Vielfalt von Weltraumprogrammen - Stichwörter "Frauen im All" oder "Afronauten" - in den Mittelpunkt.

Straßenfeger

Popkulturelle Anleihen kommen zu tragen, wenn Kurzausschnitte des Straßenfegers "Raumpatrouille Orion" oder des Muppet-Show-Ablegers "Schweine im Weltall" gezeigt werden. Nicht zuletzt kommt auch der Blick vom Mond auf die Erde nicht zu kurz. Der "World Prozessor" des deutschen Medienkünstlers Ingo Günther ist eine Sammlung von mittlerweile mehr als 400 verschiedenen beleuchteten Globen. Jeder einzelne von ihnen visualisiert und präsentiert dabei Daten - von der Verteilung der Milliardäre auf der Welt bis hin zum Steigen des Meerwasserspiegels oder der Zahl der Autos auf der Erde. Zwölf von Günthers Globen sind in Salzburg zu sehen. Ein Vielzahl der ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung des Kunsthaus Zürich, einem Kooperationspartner des Museum der Moderne.

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