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EröffnungFalsche Flüche und gekenterte Hoffnungen bei der Kunstbiennale

In Venedig öffnet heute die 58. Kunstbiennale ihre Pforten. Und unterbreitet Vorschläge, wie man „interessante Zeiten“ übersteht.

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Fröhliche Kaffeehausatmosphäre vor dem umstrittenen Flüchtlingsschiff im Arsenal © Hirtenfelder
 

Bereits die erste Biennale-Eröffnung im Jahr 1895 endete mit einem Eklat, weil sich Königin Margherita von einem Gemälde mit nackten Damen abgestoßen fühlte. Für einen Skandal hat es diesmal noch nicht gereicht, aber immerhin für eine Erregung der regierenden Salvini-Partei. Der Schweizer Künstler Christoph Büchel hatte es gewagt, das Wrack eines Flüchtlingsschiffs nach Venedig zu bringen. Auf dem alten Werftgelände des Arsenale erinnert der Fischkutter vor fröhlich palavernden Cappuccino-Trinkern an das Unglück von rund 700 Menschen, die im April 2015 nach dem Zusammenstoß mit einem portugiesischen Frachter ihr Leben lassen mussten. Unweit davon ragen Riesenarme, ein Werk des Bildhauers Lorenzo Quinn, aus dem Wasser der Lagune. Lebenslust und Trauer, Spektakel und moralische Fingerzeige, Nationalismen und internationale Verbundenheit, schlechtes Gewissen und kindliches Staunen sind auch diesmal unverzichtbare Bestandteile des weltweit größten Jahrmarkts für Gegenwartskunst, dessen 58. Ausgabe Chefkurator Ralph Rugoff unter das Motto „May you live in interesting times“ gestellt hat.

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