Um das Leben von Touristen zu erleichtern, haben die Uffizien in Florenz mit der Universität der mittelitalienischen Stadt L'Aquila ein Algorithmus entwickelt, mit dem die Wartezeiten vor dem Eingang des Museums drastisch verkürzt werden sollen. Das neue Algorithmus wurde von Uffizien-Direktor Eike Schmidt vorgestellt.

Dank des neuen Systems sollen die Wartezeiten aufgrund mehrerer Faktoren - darunter Jahreszeit und Wetter, Gruppen, die bereits einen Museumsbesuch gebucht haben, sowie Tageszeit - zuverlässig berechnet werden. An interaktiven Kiosken, die unweit der Uffizien-Eingängen aufgestellt werden, erhalten Besucher eine Karte, auf der die Zeit angegeben wird, an der sie sich vor den Eingängen anstellen sollen. Das System, das ab der zweiten Jahreshälfte 2019 eingeführt wird, wurde am vergangenen Sonntag erstmals erfolgreich getestet, als die Uffizien von Besuchern bestürmt wurden. Der Museumseintritt war wie jeder erste Sonntag des Monats kostenlos.

Wenige Minuten statt mehr als eine Stunde

"Das neue System hat funktioniert. Die Besucher haben nur wenige Minuten Schlange stehen müssen. Am ersten Sonntag in September hatten die Besucher dagegen durchschnittlich 64 Minuten Schlange stehen müssen, bevor sie das Museum betreten konnten", sagte Uffizien-Direktor Eike Schmidt nach Medienangaben vom Dienstag. Schmidt wird ab der zweiten Hälfte des Jahres 2019 die Leitung des Kunsthistorischen Museums (KHM) in Wien übernehmen.

Die Uffizien sind das ersten Museum der Welt, die mit dieser Innovation starten. Die Tests werden bis Ende dieses Jahres fortgesetzt. "Keine Schlangen mit frustrierten Touristen, keine Gefahr von Taschendieben und weniger Chaos", kommentierte Schmidt zufrieden.