JubilarGeburtstagsausstellung zu Gustav "Ironimus" Peichls 90er

Zu einem großen Fest für Gustav "Ironimus" Peichl ist die Eröffnung der Ausstellung "Ironimus 90. Jetzt mal keine Politik!" Samstagmittag im Karikaturmuseum Krems geraten. Zu sehen sind Cartoons von 1948 bis 2018 aus der Feder des Zeichners und Architekten, der am 18. März seinen 90. Geburtstag begeht. 

© APA
 

Der Jubilar goutierte die Aufmerksamkeit sichtlich und wurde von Museumsleiter Gottfried Gusenbauer schon vor der Eröffnung durch die Schau geführt. "Und wer seid's Ihr alle?", fragte er launig die anwesenden Vertreter der Presse, um dann durchaus selbstkritisch die insgesamt 94 - von seinem Sohn Markus Peichl zusammengestellten - Arbeiten zu inspizieren. "Is a schwache Zeichnung", lautete dann ein Kommentar, aber auch "also die sind sehr schön". Ob er sich über Lob freue? In seinem Alter wolle er nicht mehr gelobt, sondern gut behandelt werden, so Peichl, der auch keine Geschenke zu seinem runden Geburtstag wünscht. Freuen würde er sich hingegen über gute Zwetschkenknödel.

Viel Prominenz aus Kunst, Medien und Politik fand sich dann zur offiziellen Eröffnung ein, die angesichts des Besucherinteresses vom Karikaturmuseum in die Kunsthalle verlegt wurde. Die Laudatio hielt Peichls Karikaturistenkollege Gerhard Haderer, der dem Jubilar Respekt für dessen "mächtiges Oeuvre" zollte, ihn als "Markenzeichen der österreichischen Karikatur" apostrophierte und den ihm bisweilen zugeschriebenen Konservativismus infrage stellte: "Dafür ist er schon als Person zu kämpferisch. Wir alle stehen doch in der Tradition der Hofnarren." Und Haderer bekannte: "Du hast uns alle miteinander ganz ordentlich geprägt, mein Lieber!"

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) schloss sich den anerkennenden Worten Haderers an und würdigte Peichl als "große Persönlichkeit mit viel Herzblut und Engagement auch auf dem Weg Niederösterreichs zu einem Kulturland". Sie selbst habe ja durchaus einige Erfahrung mit Mikl-Leitner-Karikaturen, von denen sie einige persönlich getroffen, andere hellauf zum Lachen gebracht hätten. In jedem Fall sei die Karikatur ein wichtiges künstlerisches Mittel, um zum Nachdenken anzuregen und auch Kritik zu üben, meinte Mikl-Leitner. 

Der zeitliche Bogen der Peichl'schen Geburtstagsausstellung im nach ihm benannten "Ironimus-Kabinett" spannt sich über sieben Jahrzehnte und enthält auch neue, bisher unveröffentlichte Cartoons aus dem "Unruhestand". Witzige, bisweilen absurde Situationen, hintergründige Beobachtungen, die mit der Doppelbödigkeit von Leben und Kunst spielen, unerwartete Perspektiven und ungewöhnliche Metamorphosen sind dabei ebenso zu entdecken wie der subtile "Gebrauch künstlerischer Metaphern", den Haderer speziell hervorhob. Am kompaktesten charakterisiert wohl Markus Peichl die Arbeiten seines Vaters: "Die Reduktion auf eine simple Chiffre bei gleichzeitiger Offenbarung einer komplexen Welt ist das Geheimnis guter Witze und echten Humors." 

Wer gemeinsam mit Peichl einen Blick durch die Schau und das von ihm entworfene Karikaturmuseum werfen will, kann dies morgen, Sonntag, bei einem Rundgang um 10.30 Uhr tun. Überblicksführungen durch das Museum werden jeweils sonn- und feiertags um 15.00 Uhr angeboten. Zur aktuellen "Ironimus 90"-Ausstellung ist auch ein Buch im Residenz Verlag erschienen.

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