Kurioser Fall von ZensurVenus von Willendorf ist für Facebook ein Fall von Pornografie

Ein Foto der Venus von Willendorf, Schmuckstück des Naturhistorischen Museums in Wien, wurde von Facebook gelöscht.

Für Facebook zu obszön: Die Venus von Willendorf im Naturhistorischen Museum in Wien © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Immer wieder verwundert Facebook mit kuriosen Fällen von Zensur. Diesmal hat es die fast 30.000 Jahre alte Venus von Willendorf getroffen, wie das "Art Newspaper" berichtet. Die "Artivistin" Laura Ghianda hatte ein Foto des Objekts aus dem Naturhistorischen Museum (NHM) in Wien auf Facebook gepostet. Doch das Bild wurde von der Plattform als pornografisch befunden und gelöscht.

Das NHM habe im Jänner auf den im Dezember stattgefundenen Vorfall reagiert und Facebook gebeten, dass die Venus weiterhin nackt bleiben dürfe. "Es gab noch nie eine Beschwerde unserer Besucher wegen der Nacktheit dieser Figurine", so NHM-Chef Christian Köberl gegenüber dem "Art Newspaper". "Es gibt keinen Grund, die Venus von Willendorf zu bedecken und ihre Nacktheit zu verstecken. Weder im Museum noch in den sozialen Medien."

In der Vergangenheit ist es immer wieder dazu gekommen, dass Facebook Bilder von vermeintlich pornografischen Kunstwerken zensuriert hat. So hatte ein Lehrer aus Frankreich ein Foto von Gustave Courbets "L'Origine du monde" (Der Ursprung der Welt) - eine realistische Darstellung der weiblichen Genitalien - gepostet, woraufhin sein Account geschlossen wurde.

Kommentare (5)

Kommentieren
exilgrazer
0
0
Lesenswert?

Was für Deppen

sitzen denn bei Facebook?? Absolut lächerlich!

Antworten
hermannsteinacher
0
8
Lesenswert?

Arge Pornografen,

diese alten Willendorfer!!!

Antworten
paulrandig
2
3
Lesenswert?

Naja.

Wenn die Richtlinien eindeutig sind (keine Darstellung primärer Geschlechtmerkmale), dann muss das wohl auch für die Darstellung einer Darstellung gelten.
Und wenn es für die eine "Kunst" nicht gelten soll, für andere aber schon - wo soll die Grenze sein? Und wo ist die jeweilige Grenze zwischen Pornographie, Kunst und Kultur?
Ich denke mir, dass die jetzige Herangehensweise zwar lächerlich, prüde, aber zumindest eindeutig und leicht verständlich ist (vergleiche den Wahlkampfberater der FPÖ: "Keep it simple and stupid").
Und es ist das Recht von Facebook, wie von jedem von uns in seiner eigenen Domäne, den Gästen Verhaltensregeln zu geben und ihnen bei Nichtbeachten die Türe zu weisen. Jeder sollte wissen, worauf er sich einlässt. Ich beispielsweise gehe dort erst gar nicht hin, weil ich mit Diversem nicht einverstanden bin.

Antworten
peterkoch63
2
7
Lesenswert?

Kaum geposten schon den Account gesperrt

Hab mir erlaubt aus Protest das Bild der Venus zu posten und wurde prompt auf Facebook gesperrt. Sollten wir aus Zeihen der Solidarität einfach alle mal machen. Das könnte Facebook gewaltige Werbegelder kosten...

Antworten
paulrandig
1
3
Lesenswert?

peterkoch63

Würde ich sofort tun.
Aber deswegen melde ich mich nicht extra bei Facebook an :-)

Antworten