Geboren mitten im Grauen: Fünf Wochen lang wurde das Kind, das nur ein Kilogramm wog, nach ihrer Geburt von ihrer Mutter versteckt. Der Geburtsort ist ein Symbol des Todes: das Vernichtungslager Auschwitz. Am 27. Jänner 1945 wurde das Konzentrationslager befreit. Die Doku "Geboren in Auschwitz", die Mittwochabend um 20.15 Uhr auf 3Sat zu sehen ist, führt eindringlich vor Augen, wie sich das Leiden, das Grauen, das die Menschen dort erlebt haben, auch die nachfolgenden Generationen prägt. Er trägt die Nummer 161.896 und kommt zwei Tage vor der Befreiung ins Konzentrationslager Dachau. Wer war dieser Mieczyslaw Charecki? Die Dokumentation "Nummer 161.896: Der letzte Häftling von Dachau" (am Mittwoch auf 3Sat, 21.15 Uhr) zeichnet sein Leben nach.

Vor 90 Jahren, am 30. Januar 1933, nimmt das Grauen seinen Anfang: Die NSDAP übernimmt die Macht in Deutschland, Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. "NS-Zeit – Von Terror, Krieg und Befreiung" heißt der Schwerpunkt, den Arte in seiner Mediathek kuratiert hat: Allen voran die zweiteilige Doku "Berlin 1933 – Tagebuch einer Großstadt", welche die Genese einer florierenden, modernen Stadt nachzeichnet, die Schritt für Schritt vom Terror der Nazis überrollt wird. Darüber hinaus geben Dokus von "Stalingrad – Stimmen aus Ruinen" bis hin zu "Frauen in der NS-Zeit" Einblicke in die vielen Aspekte des NS-Terrorregimes.

Der Versuch einer Aufarbeitung ist Mittwochabend um 22 Uhr auf Arte zu sehen: "Nürnberg und seine Lehre" legt den Schwerpunkt auf die Bilder, die von den Nazi-Gräueln zusammengetragen wurden – welche Rolle haben sie im Umgang mit dem Schreckensregime gespielt? Apropos Rollen im Schreckensregime: Am Freitag (ORF 2, 23.05) befasst sich die "Universum History" mit den Frauen im Dritten Reich: "Mutterkreuz und Rassenwahn" heißt die Produktion, die fanatische Anhängerinnen des Regimes und die Familienpolitik der Nazis unter die Lupe nimmt.

Wie kaum ein Kriegsschauplatz steht Stalingrad für den Vernichtungskrieg. Vor 80 Jahren, am 2. Februar 1943, kapitulierte dort die 6. Armee. Die ZDF-Dokumentation "Stalingrad – Die Schlacht, die niemals endet" (Sonntag, 23.45 Uhr) ist nicht nur ein Blick zurück, sondern beschäftigt sich vor allem mit den Auswirkungen – auf die Überlebenden, aber auch, inwiefern der Ausgang der Schlacht die politischen Narrative, etwa jene Russlands, beeinflusst. Oder auch: Welchen Einfluss eine Schlacht, die vor 80 Jahren stattgefunden hat, noch auf die Gegenwart besitzt.

Geschichtsinteressierte wissen, dass Mediatheken Fundgruben sind. Auch das ZDF hat ein umfangreiches Paket geschnürt, darunter den Dreiteiler "Hitlers Macht", der den Werdegang des Diktators beschreibt: der Aufsteiger, der Herrscher, der Zerstörer. Der Schwerpunkt richtet sich vor allem an ein junges Publikum. Zum Download gibt es auf der Webseite Unterrichtsmaterialien, die die Trilogie begleiten.

"Terra X" in der ZDF-Mediathek geht hier noch einen Schritt weiter und erzählt Geschichte mit zeitgemäßen Mitteln: Die knapp 20-minütige Doku "Warum Hitler Social Media geliebt hätte", arbeitet die Propagandamaschine der Nationalsozialisten auf, aber stellt auch die Frage, ob Adolf Hitler auch in unserer Zeit einen so rasanten Aufstieg erleben könnte. Neben historischen Aufnahmen kommen auch virtuelle Szenen aus dem Berlin der 1920er- und 1930er-Jahre zum Einsatz, in denen Mirko Drotschmann die Mechanismen des Mitläufertums erklärt: Geschichtsunterricht auf der Höhe der Zeit.