Die Erinnerung ist ein Hund, aufgewärmt mundet bekanntlich nur Gulasch. In „Weber und Breitfuß“ feiern heute zwei Austro-Helden der Vergangenheit ihre TV-Reanimation: Ing. Breitfuß (Roland Düringer) und Mike Weber (Alfred Dorfer) von „MA 2412“. Unsanft in die Frühpension katapultiert, ist das originelle Setting mitsamt Büroklamauk Geschichte. Mitsamt Amtsschimmel-Ansagen und dem leibhaftigen Weihnachtsmann (Karl Ferdinand Kratzl).

Das Drehbuch nach einer Initiative der Kabarettisten Alfred Dorfer und Roland Düringer schenkt den Ex-Beamten mit weißem Vokuhila und noch auffälligerem Toupet jedes Mal ein neues Milieu - keine schlechte Idee: In Teil eins stranden sie in einer Reha, wo sie Herz-Kreislauf-Leiden vortäuschen, um nie mehr in den Dienst zurückbeordert werden zu können. Das deutete die zuständige Ministerin, virtuell und unpersönlich zugeschalten, in ihrer Verabschiedung nämlich an. Beim Hinausgehen versprechen sich die beiden, sich nie wieder über den Weg zu laufen. Es kommt anders. Während ausgerechnet Ing. Breitfuß, der Oberschleimer,  im abgewrackten Reha-Zentrum erst einmal den Treffpunkt zum Training finden muss, erhält Weber, der Prolo der beiden, einen 1a-Service im Luxushotel. Mit Austern oder Foie gras lässt er sich nicht abspeisen und bestellt lieber ein Schnitzi. Sie landen im Zweibett-Zimmer, während nachts wundersame Dinge passieren. Betrug von Beamtinnen und Beamten ist anscheinend ein Flächenbrand.

Weber & Breitfusz
"Auf Reha" finden sich die früheren Beamtinnen und Beamten wieder
© ORF

Nächstes unliebsames Aufeinandertreffen in Teil zwei der Reihe: am Set eines Horrorfilms. Die Episode "Beim Film" funktioniert nach gleichem Prinzip und gleicher Anfangssequenz deutlich besser. Als Alien und Zombie torkeln die beiden Missverständnissen entgegen. Wie sie am Ende händchenhaltend dem Grauen im Film fliehen, ist große Klasse. Bis dahin schleicht sich aber vielfach ein Gedanke ein: Die Charaktere mutieren vielfach zu Witzfiguren; die Dialoge sind seicht bis bieder, der Schmäh hat Schenkelklopf-Qualität. Beispiel gefällig? „Crème brûlée ist mir zu laut am Abend.“ Schön aber ist, wie sie sich und ihr Macho-Gehabe selbst vorführen. Großes Plus: die Frauen im Ensemble wie Monica Weinzettl, Nina Proll, Andrea Händler und Julia Edtmeier. Denn die holen schon aus, bevor der schlechte Witz zu Ende gebracht ist.