Die 57-jährige Finnin Lilli Paasiviki übernimmt ab 2025 in Bregenz die künstlerische Leitung von Elisabeth Sobotka, die seit 2015 am Bodensee arbeitet und nach der Festspielsaison 2024 an die Staatsoper "Unter den Linden" nach Berlin wechseln wird. Die Geschichte der Bregenzer Festspiele ist von großer Konstanz geprägt, Paasiviki ist erst die fünfte Person in der Intendanz des Festivals.

Seit der Gründung der Festspiele 1946 haben erst vier Personen die Intendanz des Festivals besetzt. Nach den zwei männlichen Langzeitintendanten Ernst Bär (fast 30 Jahre) und Alfred Wopmann (rund 20 Jahre) folgten für jeweils etwa zehn Jahre David Pountney und Elisabeth Sobotka. Die scheidende Intendantin wechselt ab Herbst 2024 an die Staatsoper "Unter den Linden" in Berlin.

Ernst Bär wurde 1954 der erste Langzeitleiter der Festspiele. Zuvor zeichnete ein Gremium der "Festspielgemeinde", der Vorläufer des heutigen Vereins der Freunde der Bregenzer Festspiele, für das Programm verantwortlich. Dieses segnete die geplanten Vorhaben auch nach Bärs Ernennung ab. Der 1919 geborene Bär war Journalist bei den "Vorarlberger Nachrichten" und für das Festival seit seiner Gründung 1946 tätig. In seiner bis 1982 dauernden Ära als Direktor wurde das Festspielhaus errichtet, die Besucherzahlen stiegen von rund 51.000 auf 96.000. Bärs Vertrag wurde Ende 1982 nach einem kritischen Rechnungshofbericht, der der Leitung Misswirtschaft vorwarf, gelöst. Seither steht dem künstlerischen Leiter ein gleichberechtigter kaufmännischer Direktor bei. Als erster kaufmännischer Direktor wurde 1982 Franz Salzmann installiert, heute hat Michael Diem (seit 2009) diese Position inne.