Die Neuregelung der heimischen Film- und Fernsehförderung hat die nächste Hürde genommen: Nach der parlamentarischen Begutachtungsphase passierten am Mittwoch das neue Filmstandortgesetz und die Novellen des Filmförderungs- sowie des KommAustria-Gesetzes den Ministerrat. Nach der parlamentarischen Behandlung ist das Ziel, das neue Modell mit 1. Jänner in Kraft treten zu lassen.

Herzstück ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von 30 Prozent pro in Österreich realisiertem Projekt, der um weitere 5 Prozentpunkte steigen kann, wenn ökologische Kriterien erfüllt werden. Das gesamte Fördervolumen des Systems wird an sich künftig nicht gedeckelt sein, um das vorzeitige Ausschöpfen von Fördertöpfen im Laufe eines Jahres zu verhindern. Pro Film liegt der Maximalzuschuss allerdings bei 5 Mio. Euro, pro Serie bei 7,5 Millionen Euro.

Konkret setzt man künftig auf drei Säulen. Für internationale Serviceproduktionen gibt es unter dem Titel FISA+ Zuschüsse, die über das Austria Wirtschaftsservice abgewickelt werden. Hierum können Unternehmen mit Sitz in Österreich ansuchen, die an dem entsprechenden Projekt beteiligt sind. Auch für heimische Fernseh- und Streamingvorhaben, die nicht im Auftrag von Sendern oder Videoabrufdiensten erstellt werden, ist das System FISA+ ab einem gewissen Volumen zuständig.

Beim Fernsehfonds Austria wird ein Exzellenzbonus eingerichtet, der Anreize setzen soll, die sich in der Erhaltung und Weiterentwicklung österreichischer Fernsehfilm- und Serienproduktionen niederschlagen. Und schließlich wenden sich heimische Kinofilme künftig ausschließlich an das Österreichische Filminstitut, bei dem unter dem Titel ÖFI+ die Förderungen zentral abgewickelt werden. Der bisher notwendige Zusatzweg zum Filmstandort Austria entfällt.

Lob kam am Mittwoch erneut vom Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der WKÖ. Als "sachgerecht und ausgewogen" sowie als "Meilenstein für die gesamte Filmbranche" bezeichnete dessen Obmann Alexander Dumreicher-Ivanceanu den Schritt.