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Nachruf auf Lotte TobischDie vornehme Seele vom Opernring

Sie war der Inbegriff von Charme und Stil. Eine noble, intelligente Frau, der es nicht an Ironie gebrach. Lotte Tobisch verkörperte Tugenden, die selten geworden sind.

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++ ARCHIVBILD ++ LOTTE TOBISCH 93-JAeHRIG GESTORBEN
Stil, Charme und Ironie: Lotte Tobisch (1926 - 2019) © APA/GEORG HOCHMUTH
 

"Ich tanze keinen Walzer, davon wird mir schlecht.“ Die feine Ironie dieser Aussage verrät viel über das Weltbild von Lotte Tobisch. Obwohl sie sich als Opernballmutter mitten im Geschehen befand, sich im Zentrum der sogenannten feinen Gesellschaft Österreichs bewegte, bewahrte sie sich ein kostbares Gut: Distanz.

Die 1926 als Lotte Tobisch-Labotn geborene Wienerin verkörperte rar gewordene Tugenden, die vielleicht zum Besten gehören, was die altösterreichische Tradition bereithält. Der Spross einer Familie, deren Wurzeln sich bis in 13. Jahrhundert zurückverfolgen lassen, hatte eine gute Bildung, schöne Umgangsformen, Noblesse und eine Eigenschaft, die den echten Geistesadel auszeichnet – die Gelassenheit gegenüber den Dingen.

Eine so geballte Ladung Würde, Charme und Humor, eine solche Verkörperung einer Altwiener Salonkultur konnte selbst ein Phänomen wie Richard Lugner (den sie halb liebevoll als „Staats-Wurstel“ bezeichnete) nicht in seine Sphären hinunterziehen. Als Opernballorganisatorin von 1981 bis 1996 neutralisierte Tobisch jene von einer grellen Society produzierten Verwirbelungen, die „ihre“ Veranstaltung bisweilen ins Schlingern zu bringen schienen.

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