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KopfhörerCat Powers "Wanderer": Eine Frau geht ihren Weg

Jede Woche finden Sie hier "Indie"-Tipps von Redakteuren der Kleinen Zeitung. Diesmal mit Chan Marshall alias Cat Power, die mit „Wanderer“ ihr erstes Album seit 2012 veröffentlicht hat. Außerdem: Theodor Shitstorm, Mudhoney, Fucked Up und alt-J mitsamt Hip-Hop-Gästen.

Katzenkraft: Chan Marshall alias Cat Power © Domino/Eliot Lee Hazel
 

Die Musikindustrie hat es schwer. Nicht nur weil niemand mehr Tonträger kauft, sondern auch wegen der Künstler. Einige wollen sich tatsächlich nicht zum Produkt machen lassen. Sogar bei den guten Menschen von Matador Records dürften die Dollar-Zeichen in den Augen geleuchtet haben, nachdem sich Cat Powers Album „Sun“ 2012 so blendend verkauft hatte – doch die mochte deren Wunsch nach einem Hit-Album mit einem Hauch Adele nicht erfüllen.

„Wanderer“, Cat Powers erstes Album seit sechs Jahren, erscheint heute nicht bei Matador, sondern bei Domino. Darauf ist ein Duett mit Lana del Rey, darauf ist sogar eine Coverversion von Rihanna: „Stay“ als splitterfasernackte Piano-Ballade. Cat Power bleibt dennoch Cat Power, dunkelsamtig und warmherzig, düster und kalt zugleich. Nach leisen Elektro-Anklängen auf „Sun“ wandert ihr „Wanderer“ zurück zu klassischem Folk, Blues und sogar so etwas wie One-Woman-Gospel. Triumphal. Und auch nicht unhitverdächtig.

Einfach, weils so schön ist, hier ein Foto von Cat Power mit Lana del Rey und Eddie Vedder:

Derzeitige 5 Lieblingssongs
Cat Power"Woman"
alt-J feat. Tuka"House of the Rising Sun"
Fucked Up"Normal People"
Mudhoney"Kill Yourself Live"
Theodor Shitstorm"Rock'n'Roll"

Auch noch sehr interessant ist "Reduxer", eine Art Remixalbum, für das alt-J Hip-Hopper über die Tracks ihres letzten Albums "Relaxer" drüberfahren lassen. Mit dabei Danny Brown, GoldLink, Little Simz, Pusha T oder Twin Shadow - und sogar etwas Deutsches gibt es zu hören: Mit dem Berliner Rapper Kontra K. Hier Tuka mit der Neubearbeitung einer Neubearbeitung, nämlich alt-Js Version von "House of the Rising Sun".

Die kanadischen Hardcore-Punks Fucked Up veröffentlichen heute ihr neues Album „Dose Your Dreams" - neben illustren Gäste wie J Mascis (Dinosaur Jr), Owen Pallet, Matt Tavares von Badbadnotgood und Graham Walsh von Holy Fuck wurde vorab eine wilde Mischung aus Doo-Wop, Krautrock, Groove, Digital Hardcore und Psych-Rock angekündigt. Hier der Single-Vorbote "Normal People":

 

Bereits letzte Woche haben die Grunge-Urväter Mudhoney ihr neues Album "Digital Garbage" auf den Markt gebracht. Die Single „Kill Yourself Life“ bietet flotten Power Pop mit Orgel(!) Der Text ist genauso böse wie das Video - "When I kill myself live / I get so many likes ..." Ein bisserl blasphemisch ist das Video dann übrigens auch noch geraten, das nur als Vorwarnung.

 

Ziemlich lässig kommt das neue deutsche Duo Theodor Shitstorm daher: Für ihr Debüt "Sie werden dich lieben" werden Regisseur Dietrich Brüggemann ("3 Zimmer/Küche/Bad", "Kreuzweg", "Tatort: Stau") und Songwriterin Desiree Klaeuskens bereits vom deutschen Feuilleton geliebt. Wir dürfen die Zeit zitieren, die da meint: "bester Laberpop seit den Lassie Singers". Hören Sie hier die Singleauskoppelung "Rock & Roll":

 

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