KopfhörerRotziger Punk anno 2018 aus London

Jede Woche ein neuer Song, jede Woche eine Story dazu. Ab sofort finden Sie auf diesem Platz "Indie"-Tipps von Redakteuren, Musikern und anderen Musikbegeisterten.

Die Band "Shame" tritt in die Punk-Fußstapfen Londons
Die Band "Shame" tritt in die Punk-Fußstapfen Londons © KK
 

Ist auch schon einige Jahre her, seit sich die Punks aus der Themse-Metropole Wut und Seele aus dem Leib gebrüllt haben. Johnny Rotten tobt zwar noch immer auf diversen Festival-Bühnen umher und spuckt auf die Welt und ins Publikum - aber das ist nur noch traurige Attitüde und peinliche Nostalgie.

Doch es gibt Hoffnung auf Neues. Die Truppe heißt "Shame", kommt aus dem Süden Londons, genauer aus Brixton, und es ist eine reine Freude, den Jungspunden dabei zuzuhören, wie sie das Punk-Erbe der Altvorderen antreten, ohne ein billige Kopie der "Godfathers" zu sein. "Songs of Praise" heißt das Debütalbum der Truppe, und Sänger & Songwriter Charlie Steen kotzt sich mit viel Energie (und musikalischem Talent) alles aus dem Leib, was ihm gegen den Strich geht - und das kann auch die eigene Generation sein. Als Song der Woche haben wir "Tasteless" ausgewählt: Wild, rau, direkt, laut aber trotzdem alles andere als geschmacklos. Das Kunststück: Trotz Ruppigkeit steckt in den Songs typische britische Melodienseligkeit. Und auch das ist keine Schande.

 

Neues vom "Black Rebel Motorcyle Club". Der Song "Little Thing Gone Wild" aus dem neuen Album "Wrong Creatures" ist ein dunkler Kracher, der förmlich in den Lauschern explodiert.

Hierzulande ist der schottische Singer-Songwriter Findlay Napier noch weitgehend unbekannt, das sollte sich rasch ändern. Auf seinem neuen Album "Glasgow" setzt er seiner Heimatstadt ein Denkmal. Daraus auch der Song "Cod Liver Oil And The Orange Juice".

Der US-Trompeter Keyon Harrold hat schon mit Größen wie Beyonce, Eminem und Jay-Z zusammengearbeitet, auf seinem eigenen Album "The Mugician" zeigt er eigene Größe als lässiger Grenzgänger zwischen den Stilen. Der Titelsong ist der beste Beweis dafür.

Beth Hart und Joe Bonamassa haben wieder ein gemeinsames Album aufgenommen. Weder die Ausnahmestimme noch den Ausnahmegitarristen muss man weiter vorstellen. Der Song "Black Coffee" ist ein starker Beweis dafür, dass die Chemie zwischen den beiden noch immer stimmt.

 Unsere Top-5 der Woche

Shame"Tasteless"
BRMC"Little Thing Gone Wild"
Findlay Napier"Cod Liver Oil"
Keyon Harrold"The Mugician"
Beth Hart & Joe Bonamassa"Black Coffee"

Zum Nachhören:

 

Hier geht's zu den "Kopfhörer"-Tipps der letzte Woche

 

Kommentare (1)

Kommentieren
Martin36
0
1
Lesenswert?

Tolle Idee!

Eine neue Rubrik dieser Art hier zu installieren!

Antworten