Spanische Nacht in WienPlácido Domingo sagt lieber "Auf Wiedersehen" statt "Adios"

Jüngst musste er einen "Nabucco" in Wien abbrechen. Heute aber präsentiert Publikumsliebling Plácido Domingo einen Zarzuela-Abend in der Wiener Staatsoper - und will diesen jedenfalls nicht als Abschied verstanden wissen.

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Placido Domingo ist heute in Wien zu hören © AP
 

Er entstammt einer Zeit, in der die Stars der Opernwelt noch zum Bildungsallgemeingut auch jener Schichten gehörten, welche die Schwelle zu einem Musiktempel noch nie auf Wurfdistanz gesehen hatten, und in der Proponenten wie Luciano Pavarotti oder Maria Callas selbst zum Fundus humoristischer Imitatoren gehörten: Plácido Domingo.

Heute ist der mittlerweile 80-jährige Publikumsliebling in dieser Saison nun nochmals an der Wiener Staatsoper zu erleben - mit einem Zarzuela-Abend. In dieser "Noche espanola" präsentiert der Spanier erstmals am Ring jene Musik, mit der er einst seine Weltkarriere begann, stellten Zarzuelas - die spanische Variante der Operette - doch jenes Genre dar, mit der seine Eltern einst erfolgreich waren.

Als endgültigen Abschied von der Staatsoper will Domingo diese spanische Nacht mittlerweile allerdings nicht mehr verstanden wissen, auch wenn vorerst noch keine weiteren Engagements absehbar sind. "Maestro Domingo steht der Staatsoper weiter zur Verfügung - in Abstimmung mit dem Spielplan der Staatsoper und seinen weiteren Verpflichtungen", heißt es vonseiten seines Managements.

So könnte die lange Geschichte Domingo-Staatsoper also auch noch weitergehen, feierte der junge Sänger hier doch 1967 im "Don Carlos" sein Hausdebüt und war seither über 250 Mal zu erleben. Zuletzt war er hier am Freitag in der "Nabucco" zu hören - zumindest in den ersten beiden Akten. Nachdem Domingo trotz Halsentzündung den Abend angetreten hatte, musste er im dritten Teil der Verdi-Oper schließlich der Gesundheit den Vorrang geben und den jungen mongolischen Kollegen Amartuvshin Enkbath die Partie zu Ende bringen lassen. "Für mich war es großartig, dass dieser außergewöhnliche junge Mann, der 2013 bei Operalia gewonnen hat und nur wenige Tage zuvor hier in Wien debütiert hat, am Ende der Aufführung übernommen hat. Der Enthusiasmus des Wiener Publikums ist wirklich einzigartig und ein Abend, der wegen Krankheit fast hätte abgesagt werden müssen, wurde zu etwas Besonderem", teilte Domingo nun via Staatsoper mit.

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