"Moment Musik"Konzertreihe voller Delikatessen

Die kleine, feine Reihe „Moment Musik“ im stimmungsvollen Renaissancehof von Schloss Kainberg bei Kumberg setzt auf Begegnungen.

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Impresario Florian Hasenburger (3. von links) ist mit seinem Kainberg Quartet und auch im Ensemble Momentum selbst im Einsatz © KK
 

„Was wünschen wir uns nach der Krise zurück? Soziale Kontakte, Kultur, Freiheit? Und – was bedeutet Freiheit?“, fragt Florian Hasenburger in einer Aussendung zu „Moment Musik“. Der Initiator und Leiter der kleinen, aber feinen Konzertreihe auf Schloss Kainberg bei Kumberg lädt heuer – noch mehr als die drei Sommer zuvor – nicht einfach nur zu Begegnungen mit Künstlern, sondern auch zu Begegnungen unter den Zuhörern. „Wir wollen wunderbare Musik mit der Suche nach einer lebenswerten Zukunft für alle Menschen verknüpfen“, sagt der bei Wien lebende Grazer Geiger und Bratschist.

Drei Doppelkonzerte sind es auch heuer wieder, mit denen man jeweils ab 19 Uhr in den offenen Renaissancehof lockt (bei Schlechtwetter ins Kurhaus St. Radegund): Für „Aufbruch“ am 7./8. 8. reist Leonhard Bartussek mit Cello, Singender Säge und zig anderen Instrumenten im Gepäck aus Düsseldorf an. Am 13./14. 8. geht der junge polnische Tenor Jan Petryka mit dem Ensemble Momentum auf Schuberts „Winterreise“. Und am 21./22. 8. serviert Hasenburger mit seinem Kainberg Quartett Delikatessen von Bach und Schubert.

„Moment Musik“. Karten nur gegen Vorbestellung: Tel. 0650 64 61 730, moment-musik.at

Konzertdetails

(Veranstaltertext)

Leonhard Bartussek
Puls und Rhythmus, Tradition und Dogma, Strukturen und Denkweisen – angehalten, aufgebrochen, neuempfunden. Leonhard Bartusseks „Flüssige Musik“ ist zeitlos, Meditation, horizontale Bewegung im Schwebezustand. Der visionäre, grenzüberschreitende Künstler mit steirischen Wurzeln reist mit zahllosen Instrumenten im Gepäck aus Deutschland an. In seiner Collage-Performance verwebt er Bachs Musik mit eigenen Kompositionen und Texten, denkt über den Status quo hinaus und bricht in eine postkapitalistische Zukunft auf.

J. S. Bach: Ausschnitte aus den „Suiten für Violoncello solo“ BWV 1007-1012 (entstanden ca. 1720-1730)

L. Bartussek: Musik und Texte (2021)

 

Jan Petryka/Ensemble Momentum
Geradezu unerschöpflich prachtvoll in Klängen, Farben und Emotionen – und doch so intim… Ein Streichquintett anstelle des Klaviers offenbart bisher ungehörte Tiefen und Facetten in Schuberts Winterreise: Fritz Kirchers Arrangement ist ein Geniestreich, eine Reise ins Innerste der romantischen Seele. Der einsame Wanderer liebt bedingungslos, bis in den Tod – bedingungslos europäisch präsentieren sich die Musiker rund um den international gefeierten jungen Tenor Jan Petryka. Sie kommen aus Polen, der Slowakei, Deutschland, Österreich und Spanien und erheben den Konzerttitel zum Leitmotiv in Zeiten der Krise: Umdenken und Wandel als Conditio sine qua non für ein Überleben der Menschheit.

F. Schubert (Arr. F. Kircher): Die Winterreise, D 911 (1827)

 

Kainberg Quartett
Moll und Dur als Yin und Yang, und was das mit unserem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem zu tun hat. Wie unser Harmoniesystem funktioniert und unter welchen Voraussetzungen Ungleichheit Stabilität schafft. Und – was hat Schubert mit Hollywood und Zen am Hut? Das alles fragt sich das Kainberg Quartett auf seiner Spurensuche im Originalklang und kommt zum Schluss: Schuberts letztes und größtes Streichquartett ist wie ein Gebet, wie die Wolken, wie das Meer.

J. S. Bach: 1-2 Sätze aus der „Kunst der Fuge“ BWV 1080 (um 1745)
F. Schubert: Streichquartett G-Dur, D 887 (1826)

 

 

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