Positive Bilanz in SalzburgUmjubelter Abschluss der Pfingsfestspiele mit Netrebko und Kaufmann

Anna Netrebko und Jonas Kaufmann verliehen den Pfingsfestspielen finalen Glanz. Fast 6000 Gäste beehrten heuer die Festspiele.

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Mit der Engelsburg als Fotokulisse beschlossen Jonas Kaufmann und Anna Netrebko die diesjährigen Pfingstfestsspiele © SF/BORRELLI
 

"Vissi d’arte“ – die berühmte Sopran-Arie im zweiten Akt von Giacomo Puccinis „Tosca“, in der die Hauptdarstellerin ihr Leben besingt, wurde zu einem der wahrhaftigsten Momente in dieser Aufführung. Vor allem, weil sie von einem Kaliber namens Anna Netrebko gesungen wurde. Die russische Starsopranistin, bei den Salzburger Pfingstfestspielen kurzfristig eingesprungen für Anja Harteros, gab die Tosca mit ihrem edlen, dunklen Timbre, mit unermesslich vielen Schattierungen und einem Farbenreichtum zwischen wilder Glut, exzessiver Verzweiflung und betörender Innerlichkeit.
Obwohl der Verismo-Hit nur konzertant aufgeführt wurde, spielte die Operndiva ihre Rolle sehr berührend. An ihrer Seite beeindruckte Startenor Jonas Kaufmann als Cavaradossi mit seinen berühmten samtigen Tönen, betörenden Piani, aber auch mit seiner unglaublichen Höhensicherheit. Besonders seine „Vittoria-Rufe“ und seine Paradearie „E lucevan le stelle“, vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt, wurden zum Ereignis.
Luca Salsi, für Bryn Terfel eingesprungen, war ein nobler aber wenig böser Scarpi. Auch die kleineren Partien und die Chöre sangen makellos. Den Vogel schoss Cecelia Bartoli ab, die es sich nicht nehmen ließ, die wenigen Sätze des Hirten zu singen, eine Rolle, mit der sie vor 45 Jahren ihre Karriere in Rom begonnen hatte. Souverän leitete der 85-jährige Zubin Metha das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, mit dem ihm eine jahrelange Partnerschaft verbindet. Man konnte wunderbare orchestrale Klangpracht und packende Operndramatik genießen.
Stehende Ovationen für ein glanzvolles Finale der diesjährigen Festspiele!

Positive Bilanz

Noch bevor die Salzburger Pfingstfestspiele 2021 am Montagnachmittag mit der konzertanten "Tosca" zu Ende gingen, haben die Salzburger Festspiele eine positive Bilanz gezogen. Mehr als 5.767 Kulturinteressierte aus 20 Nationen besuchten von 21. bis 24. Mai das weltweit erste größere Klassikfestival, das nach Ende des Kultur-Lockdowns stattfand. Die Gesamtauslastung lag bei 99,5 Prozent der behördlich erlaubten maximalen Auslastung von 50 Prozent der Saalkapazität.

Die meisten Besucher kamen aus den Top-Fünf-Nationen Österreich, Deutschland, Schweiz Frankreich und Italien, wie die Salzburger Festspiele in einer Aussendung informierten. Im Pressebüro haben sich 70 Journalisten akkreditiert, die für Medien aus zwölf Ländern publizieren. Die Strategie für die Durchführung habe, wie bei den erfolgreichen Sommerfestspielen im vergangenen Jahr, gelautet: unter dem Vorrang der Gesundheit, künstlerisch sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Festspiele zu verwirklichen.

Es waren bereits die zehnten Pfingstfestspiele, die Cecilia Bartoli als Künstlerische Leiterin für Salzburg erdacht hatte. Diesmal entführte sie das Publikum unter dem Thema "Roma Aeterna" auf eine musikalische Reise durch ihre Heimatstadt. "Ich bin unendlich dankbar, dass wir dies nach der Pandemie hier in Salzburg neu erleben durften und danke den Künstlerinnen und Künstlern für ihre glühende Leidenschaft, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Festspiele für ihr Engagement, mit dem sie die vielen logistischen Schwierigkeiten gemeistert haben, dem Direktorium der Festspiele für die konstante Unterstützung, und dem wunderbaren Publikum, das uns bei diesen einzigartigen Festspielen mit einer ganz neuen Aufmerksamkeit und Konzentration begleitet hat. Mille Grazie", freute sich Bartoli.

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