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Salzburger PfingstfestspieleDas Herz, der Zauber und die Lust

Die Intendantin als Verführer: Cecilia Bartoli lädt nach der Absage im Vorjahr zur Jubiläumsausgabe ihrer Salzburger Pfingstfestspiele, mit einem Händel-Oratorium im Zentrum.

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Die Römerin Cecilia Bartoli setzt heuer auf „Roma Æterna“ © Decca/Scianna
 

Im Vorjahr sollte die Sängerin, Pianistin und Komponistin Pauline Viardot-García (1821–1910) im Fokus der Salzburger Pfingstfestspiele stehen. Als dann die Absage wegen Corona fix war, seufzte Cecilia Bartoli: „Diese Entscheidung bricht mir das Herz, aber es ist klar: Gesundheit geht vor.“

Heuer gehen der Intendantin und den Ihren die Herzen auf. Und mit ihnen die Türen der Festspielhäuser. Die römische Mezzosopranistin kann ihre zehnte Ausgabe der Festspiele – weltweit das erste größere Klassik-Festival nach Ende des Kultur-Lockdowns – wie geplant über die Bühnen gehen lassen. „Roma Æterna“ lautet das Motto, und im Zentrum steht „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“ von Georg Friedrich Händel. Das Oratorium vom „Triumph über die Zeit und die Entzauberung“ ist für Bartoli „ein Meisterwerk“.

Die Proben für dieses vermutlich im Juni 1707 im Theater Collegio Clementino in Rom uraufgeführte allegorische Dramma per musica begannen am Montag. „Es war schon länger mein Traum, das Werk von Robert Carsen in Szene setzen zu lassen“, sagte Bartoli bei einem Pressegespräch. Der 66-jährige Kanadier, kürzlich bei den International Opera Awards zum Regisseur des Jahres gekürt, zählt Händel zu seinen Lieblingskomponisten und findet: „Besser hätten wir den Zeitgeist nicht treffen können als mit diesem Stück.“ Es gehe um Schönheit, um Zeit, um Vergnügen, aber es gehe auch um das Überdenken des eigenen Lebens, zu dem die Pandemie uns alle gezwungen habe.

Norma, Alcina, die Maria aus der „West Side Story“ ...: Während ihrer gesamten Intendanz, im August bis 2026 verlängert, sang „La Bartoli“ Hauptrollen in den Kernstücken des Festivals. Diesmal verkörpert sie in Händels Werk „Piacere“ (die Lust), eigentlich die Figur eines männlichen Verführers. Zudem bietet die 53-Jährige Ersatz für das Konzert „Dixit Dominus“, für das Sir John Eliot Gardiner wegen der englischen Quarantäneregeln passen musste – mit dem im vorigen Sommer umjubelten Arienprogramm „What passion cannot music raise“.

Für Puccinis ausverkaufte „Tosca“, eine der zwei konzertanten Opernproduktionen, wurden gestern übrigens zwei Umbesetzungen verkündigt: Statt Anja Harteros und Bryn Terfel, die absagen mussten, springen kurzfristig Anna Netrebko in der Titelrolle und Luca Salsi als Scarpia ein.

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