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Eröffnung im Junistyriarte: Festival steht im Zeichen der Lust

Die styriarte 2021 soll Corona zum Trotz fast eine Normalausgabe werden. Vom 25. Juni bis 25. Juli widmen sich die steirischen Festspiele dem musikalischen Lustgewinn.

Eine Großaufnahme einer Erdbeere ist das Symbol fürs styriarte-Thema 2021 © styriarte
 

33.000 aufgelegte Karten, 77 Vorstellungen, ein Budget von 2,9 Millionen Euro: den Zahlen ist nicht anzumerken, dass die styriarte auch 2021 noch unter dem Einfluss von Corona stattfinden wird. Jetzt, zweieinhalb Monate vor dem Festivalstart, lässt sich natürlich nichts mit letzter Sicherheit sagen, aber zumindest der Plan steht: Man geht von jenem Sitzplan aus, der den Festivalmachern derzeit als der Wahrscheinlichste erscheint. Also kalkuliert man derzeit mit halber Saalbelegung, was in den größten Spielstätten List-Halle, Stefaniensaal und Kasematten einer Obergrenze von etwa 500 Besuchern entspräche, und wird zum Ausgleich die meisten Konzerte und Projekte mehrfach zeigen.

Das coronabedingt mit viereinhalb Monaten Verspätung präsentierte Programm von 2021 ist geradezu eine klassische styriarte: Wieder sucht man nach den Spuren, die ein großes Menschheitsthema in der Musik hinterlassen hat. "Lust", nach Sigmund Freud einer der beiden Haupttriebe des Menschen, bietet eine ideale Spielweise, um sehr viele Facetten des Phänomens darzustellen. Die erotischen Verwirrungen einer Königstochter mit dem vielsagenden Namen Psyche stehen im Mittelpunkt der Eröffnung: Dirigent Alfredo Bernardini und Regisseur Adrian Schvarzstein erarbeiten in Schloss Eggenberg Johann Joseph Fuxens Barockoper "Psiche", der mittlerweile vierte Teil der Fux-Bemühungen der styriarte, die 2023 mit der pompösen Festoper "Costanza e fortezza" ihren Höhe- und Endpunkt finden soll.

Dass Pianist Bernd Glemser unter anderem "Isoldes Liebestod" von Richard Wagner spielt (also einen in Töne gesetzten Orgasmus), dass Karl Markovics aus der erotischen Sammlung des "Decamerone" vorträgt, dass die mittelalterlichen Sauf- und Sexlieder der "Carmina Burana" (in der Verarbeitung Carl Orffs) gespielt werden, dass der Wüstling Don Juan (über die Ballettmusik C. W. Glucks) auch Platz fand: all das ist naheliegend. Doch die Lust des Menschen geht auch viel verschlungenere Wege und weist ins Transzendentale. Etwa in der glühenden Marienverehrung der Musik von Josquin Desprez und Arvo Pärt, die der Schoenberg-Chor interpretieren wird. Oder in Olivier Messiaens ekstatischen Klaviervisionen vom "Amen", die werkgeschichtlich mit einer Amour fou des Komponisten zusammenfallen. Pierre-Laurent Aimard wird das gemeinsam mit Tamara Stefanovic hörbar machen.

Es gibt ein Wiedersehen mit vielen styriarte-Lieblingen: Peter Simonischek, Giora Feidman, Michael Hofstetter, Markus Schirmer, Eddie Luis, Dorothee Oberlinger, Andrés Orozco-Estrada (der ein eigens formiertes Jugendorchester dirigiert). Und auch Jordi Savall ist mit dabei und tritt gewissermaßen kein leichtes Erbe an. Er dirigiert die Kirchenkonzerte in Stainz.

Alle Infos gibt es unter www.styriarte.com

 

 

 

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