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Astor Piazzolla 100Der König der traurigen Gedanken

Astor Piazzolla ware am 11. März 100 Jahre alt geworden. Das Grazer Oberton String Octet feiert den Großmeister des Tangos mit einer feinen CD.

Tango-König Astor Piazzolla (1921–1992) © imago
 

Genau da ist Astor Piazzolla – und die Linie, der du folgen musst!“, rief Nadia Boulanger, als sie in Paris ihren Studenten Tangos auf dem Piano spielen hörte, wie er es zuvor in den Bordellen von Buenos Aires getan hatte. Er solle doch alle anderen seiner Manuskripte, in denen Einflüsse von Strawinsky, Ravel, Hindemith, von Bach, Jazz & Co unüberhörbar waren, einfach wegschmeißen.

Ein drastischer Rat, der aber den Weg zu einer Weltkarriere ebnete. Der Argentinier, der seine Kindheit mit Familie in New York verbracht hatte, besann sich seiner Wurzeln, griff zum Bandoneon und wurde mit der kleineren Schwester des Akkordeons zum Pionier des „Tango Nuevo“.
Wahre Aficionados rümpften zunächst die Nase über Piazzollas Neudeutung des „traurigen Gedankens, den man tanzt“, wie er sich um 1870 in den Hafenvierteln seiner Heimatstadt entwickelt hatte. Und noch heute fehlt bei der Transponierung alter und neuer Tangos auf Konzertbühnen oft das Dreckige unter den Fingernägeln.

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