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Kritik Theater an der Wien"Egmont"-Uraufführung als Echo der Beethoven-Zeit

Das Theater an der Wien feiert beim Beethoven-Jahr 2020 natürlich mit. Erfreulicherweise nicht nur mit Musik Beethovens, sondern auch mit Zeitgenössischem: Christian Josts Oper "Egmont" wurde am Montagabend uraufgeführt. Und fand eher freundlichen als begeisterten Beifall.

Egmont (Edgaras Montvidas) und der Quälgeist der Niederlande Alba (Bo Skovhus) © Theater an der Wien/Rittershaus
 

Der Ansatz ist richtig: Man muss das Beethoven-Jahr mit Zeitgenössischem würdigen. Der deutsche Komponist Christian Jost und Librettist Christoph Klimke knüpfen mit ihrem „Egmont“ mehrfach an Beethoven an. Auch Beethoven hat ja Musik zu Goethes Tragödie verfasst. Jost übernahm die von Beethoven damals gebrauchte Orchesterbesetzung. Klimke verschränkte die politischen Dimensionen des Stoffs mit poetischen Einlassungen, in denen er aus Beethovens Brief an die „Unsterbliche Geliebte“ zitiert.

Und, am wichtigsten freilich: Das Drama um den Freiheitskampf der Niederländer gegen Spanien kommt Beethovens gesellschaftlichen Idealen sehr nahe. Der Titelheld ringt mit sich und seinem Umfeld bis zum Tode (eher solide als glanzvoll: Edgaras Montvidas) mit einer Repression, die alles Leben vergiftet. Bo Skovhus (noch immer einer der imposantesten Bühnenerscheinungen) ist der Proponent einer ins Sadistische verzerrten Schreckensherrschaft. Kein Opernbösewicht, sondern mit Komplizen Macchiavell (Károly Szeméredy) die inkarnierte Menschenverachtung.

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