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Vorzeigeprojekt feiert JubiläumSuperar wird zehn: "Jeder Mensch ist musikalisch"

Mit kostenlosem Musikunterricht fördert Superar die Entwicklung und das Zusammenleben von jungen Menschen. Der Verein unterrichtet über 3.000 Kinder in sieben Ländern.

Ein Superar-Chor bei einem Benefiz in Graz © Juergen Fuchs
 

Kostenloser Musikunterricht, der junge Menschen nicht nur individuell bilden sondern auch den sozialen und interkulturellen Zusammenhalt fördern soll - diese Idee steckt hinter dem 2009 gegründeten Projekt Superar. Seit zehn Jahren kooperiert der Verein mit Schulen, heute im In- und Ausland. Zum Jubiläum zogen Mitglieder und Teilnehmer am Donnerstag Bilanz. Nach Financiers wird weiterhin gesucht.

"Jedes Kind, jeder Mensch ist musikalisch", sagte Gerald Wirth, Präsident der Wiener Sängerknaben und künstlerischer Leiter von Superar, bei einer Pressekonferenz am Sitz von Superar in Wien. Um eine längerfristige musikalische Bildung zu ermöglichen, gründeten die Caritas, das Wiener Konzerthaus und die Wiener Sängerknaben den gemeinnützigen Verein zunächst unter dem Namen "Vorlaut". Unabhängig von Religion, Herkunft und Muttersprache möchte Superar Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit Schulen im Gruppenunterricht fördern. "Superar erweitert dabei Horizonte und baut Brücken", erklärte Michael Landau, Präsident der Caritas Österreich und Präsident von Superar. Mit seinem kostenlosen Unterricht möchte der Verein Kinder und Jugendliche erreichen, die wenig Zugang zu kultureller Förderung haben, und an weniger wohlhabenden Gegenden präsent sein, in denen Kulturen aufeinandertreffen. Der gemeinsame Unterricht stärke Werte wie "gegenseitige Wertschätzung, Respekt, Zusammenhalt und Achtbarkeit", zeigte sich Landau überzeugt.

Seit 2009 hat sich nicht nur der Name, sondern auch die Größe des Vereins stark verändert: Aus den 350 teilnehmenden Kindern sind mehr als 3.000 geworden, heute gibt es auch ein Orchesterprogramm. Eine der ersten, die mitgemacht haben, ist Eva Mader, ehemalige Direktorin der Volksschule Wichtelgasse. Nach einer Schulzusammenlegung habe ihr das Projekt geholfen, ihre Schüler zusammenzubringen. "Mein Herz brennt dafür", bekundete sie. Schüler würden dabei lernen, "dass ihre Stimme wichtig ist, nicht nur beim Singen, sondern auch, wenn sie einmal groß sind und vielleicht wo ein Kreuzerl machen dürfen." Viermal gibt es in der Woche Musikunterricht. Auch bei den Kindern kommt das gut an: "Wir singen manchmal auf spanisch, türkisch, ungarisch oder rumänisch", erzählte die zehnjährige Schülerin Chiara, die beim Superar Chor dabei ist. "Ich fühle mich danach besser, wenn ich einmal traurig bin."

Von Österreich nach Osteuropa ausstrahlend

Von Wien ausgehend, breitete sich das Projekt innerhalb Österreichs und in sechs andere, vor allem osteuropäische Länder aus. Das passe laut Vizepräsident Werner Binnenstein-Bachstein gut zur Grundidee von Superar: "Wir wollen Brücken bauen, vor allem in einer Zeit, wo Grenzen, obwohl sie unsichtbar sind, wieder höher werden." Unter anderem ist der Verein in der Schweiz, in Rumänien, der Slowakei und Ungarn aktiv. Auch in Österreich bleibt man präsent: Am 17. Februar findet das Jubiläumskonzert im Wiener Konzerthaus statt.

Finanziert wird Superar unter anderm durch die Hilti Foundation. Christine Rhomberg, Mitglied der Geschäftsleitung der Stiftung, spricht jedoch davon, weitere Partner für die Finanzierung suchen zu wollen. Auch vom Bund würde man sich, laut Superar-Geschäftsführerin Sabine Gretner, mehr Gelder wünschen.

Kommentare (1)

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büffel
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Trauma

Also mich hat meine Musik"lehrerin" damals vor der versammelten Klasse antreten lassen, mich singen, daraufhin schallend ausgelacht und gemeint, ich werde das nie lernen. Nicht umsonst hat sie unter den Schülern "Der Drachen" geheißen (ehemals 1.BG, heute Europagymnasium, dieses damals schon antiquierte Institut).
So etwas hinterläßt natürlich Spuren, und ich muß mich immer noch wundern, daß so etwas auf die heranwachsenden und sich gerade entwickelnden jungen Menschen herangelassen wird.

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