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Orgelfrühling SteiermarkImmer frische Ideen für die Königin

Offener Geist für offene Ohren: Organist Gunther Rost (44) zieht auch bei seinem neunten Festival alle Register.

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Organist und Impresario Gunther Rost (Mitte) mit dem von ihm im Vorjahr gegründeten „4D – Orchester Steiermark“ © (c) Christian Jungwirth
 

Gunther Rost, 2002 mit erst 27 Jahren zum Professor an der Grazer Kunstuniversität bestellt, hat viel zur Weiterentwicklung beim Umgang mit der „Königin der Instrumente“ beigetragen. Denn der 44-jährige Würzburger denkt das Thema Orgel immer neu, frisch und ungewöhnlich – speziell auch für den „Orgelfrühling“, den er 2011 von Fritz Haselwander übernommen hatte und dessen Konzertreihe in der Herz-Jesu-Kirche er seither auf Stadt und Land ausweitete.

Ausweitung garantiert Rost seitdem auch für das Genre. Die Orgel solo, mit E, in der Kammermusik, im Crossover? Alles machbar für den Neugierigen und seine Mitstreiter, detto der Einsatz des Instruments im Bühnengeschehen: So wurden in den letzten Jahren mit „Faust“, „Schlafes Bruder“ oder „Höllenfahrt“ im Mumuth aufregende szenische Produktionen geboten.

Auch der „Orgelfrühling 2019“ begann am vergangenen Freitag (3. Mai) mit einer spannenden Verschränkung: Rosts kroatischer Student Stjepan Molnar (26) spielte in „Der Großinquisitor“ nach Dostojewski „Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens“ (2003), den letzten großen Orgelzyklus des Tschechen Petr Eben, und interagierte mit KUG-Schauspielstudenten, die in der Auseinandersetzung mit Gott und der Welt Bewegungstheater boten.

Literatur und Orgel fügen sich auch anderweitig im diesjährigen „Orgelfrühling“, wenn etwa Komponistin Reiko Yamada eine Uraufführung zur japanischen „Geschichte des Prinzen Genji“ liefert, einem der weltweit ältesten Romane (12. Juni, Palais Schwarzenberg, Graz). Oder wenn Gunther Rost mit Schauspieler Werner Strenger zum Finale am 20. Juni in der Hofer-Mühle in Stainz Olivier Messiaens Zyklus „La Nativité du Seigneur“ auf der E-Orgel Thomas Manns Roman „Der Erwählte“ gegenüberstellt.

Der Impresario hat auch diese Woche selbst viel zu tun: Rost leitet nämlich das von ihm im Vorjahr gegründete „4D – Orchester Steiermark“, mit dem er sich drei Mal dem Zentralgestirn Bach widmet (8. Mai, Herz-Jesu Graz; 9. Mai, Stadtpfarrkirche Leoben; 10. Mai, Kunsthaus Weiz).

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