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Neujahrskonzert 2018Von Magie und von Seelentüren

Ein schwungvoller Auftakt mit der Strauß-Familie bis hin zur Donau so blau, so blau, so blau. Riccardo Muti dirigiert das heutige 78. Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2018
Riccardo Muti (76) hat die Ehre, zum fünften Mal das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zu leiten © ORF (Roman Zach-Kiesling)
 

Mit dem Einzugsmarsch aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ setzt Riccardo Muti heute einen spritzigen Auftakt zu seinem fünften Neujahrskonzert mit den Wiener Philharmonikern. Seit Lorin Maazel 2005 zum elften und letzten Mal im Einsatz war, steht der Neapolitaner damit am häufigsten am Pult.

Die 78. Ausgabe des weltweit berühmtesten Klassikereignisses ist wieder ganz von den Mitgliedern der Strauß-Familie dominiert – vom flotten Auftakt mit dem Stück von Johann Strauß Sohn über den „Marienwalzer“ von Johann Strauß Vater bis zur finalen Polka „Eingesendet“ von Josef Strauß, die natürlich nicht wirklich den Schluss bildet, denn es gibt ja bekanntlich noch den Herrn Radetzky und die Donau so blau, so blau, so blau ...

Sieben Stücke werden erstmals im Rahmen des Neujahrskonzerts erklingen. „Es ist wichtig, alle Aspekte eines Künstlers zu kennen und nicht dieselben Stücke immer zu wiederholen“, freut sich Muti über die Auswahl, darunter auch ein Werk von Alfons Czibulka, der erstmals zu Ehren kommt. Der Militärkapellmeister komponierte zur Verlobung von Prinzessin Stephanie von Belgien mit Kronprinz Rudolf 1880 die „Stephanie-Gavotte“.

Interessanterweise war Franz Schubert mit ein Grund, warum Muti bei dieser traditionellen Musikgala 1993 erstmals am Pult stand. Und das kam so: „Ich hatte mit den Wiener Philharmonikern Schuberts Symphonien aufgenommen, und ich glaube, das Resultat war nicht unbedingt schlecht. Der damalige Vorstand Werner Resel kam auf mich zu und sagte: „Schubert ist die Tür zur Seele von Johann Strauß. Und wenn einer Schubert so gut dirigiert, dann ist es möglich, dass er auch Strauß gut kann.“

Also wurde der Stardirigent engagiert und dachte sich: „Ja, und das ist es auch schon gewesen! Aber es folgten noch 1997, 2000 und 2004. Danach glaubte ich: Vier Mal sind genug. Auf einmal waren neue Chefs da und fragten mich wieder. Die Zusammenarbeit mit dem Orchester war von Jahr zu Jahr enger geworden. Da konnte ich einfach nicht Nein sagen ...“

Von Carlos Kleiber, der 1989 und 1992 die Dirigentenehre hatte, holte sich der 76-Jährige manchen wertvollen Rat, und die musikalische Welt des Johann Strauß ist ihm heute vertrauter denn je. Daher weiß er auch: „Man soll diese Musik nie für lustige Einlagen und Scherze verwenden, denn der Humor ist ohnehin schon drin. Die Philharmoniker spielen das wunderbar, und das genügt. In der Strauß-Musik ist so viel Magie, man findet überhaupt keinen Vergleich mit anderen Komponisten. Lassen wir diese Magie zu Neujahr auf uns einwirken und uns zum Träumen verleiten! Am 2. Jänner kommen sowieso alle Probleme zurück. Leider kann man nicht jeden Tag Strauß spielen.“

Informationen

AUS DER STRAUSS-FAMILIE
Johann Strauß (1804–49) komponierte u. a. den „Radetzkymarsch“, sein Sohn Johann Strauß (1825–99) den „Donauwalzer“, sein weiterer Sohn Josef Strauß (1827–70) „Dorfschwalben aus Österreich“.

SIEBEN PREMIERE
Diese sieben Stücke erklingen erstmals im Neujahrskonzert: Walzer „Wiener Fresken“ von Josef Strauß, Polka „Brautschau“ und Walzer „Myrthenblüten“ von Johann Strauß Sohn, „Marienwalzer“ und „Wilhelm-Tell-Galopp“ von Strauß Vater, „Boccaccio“-Ouvertüre von Franz von Suppé sowie die „Stephanie-Gavotte“ von Alfons Czibulka.

60. ORF-ÜBETRAGUNG
Der ORF beginnt heute um 9.05 Uhr auf ORF 2 mit einer Neujahrsmatinee und überträgt das Konzert live ab 11.15 Uhr, parallel auch in Ö 1. Mit 14 Kameras werden die Bilder in 95 Länder übertragen. Regie führt erstmals Henning Kasten, Barbara Rett moderiert.
Der traditionelle Pausenfilm mit dem Titel „Wiener Moderne 1918 · 2018“, produziert von Georg Riha, ist eine musikalische Hommage an die Kunstepoche und ihre Vertreter wie Klimt und Schiele, die 1918 starben.
Wiederholungen: heute ab 20.15 Uhr in ORF III, 6. Jänner ab 10 Uhr in ORF 2 und um 20.15 Uhr auf 3sat.

BLUMENSCHMUCK
Blüten von Rosen, Amaryllen und Cymbidien der Wiener Stadtgärten schmücken den Goldenen Saal des Musikvereins. Mit Nelken und Lilien huldigt man Riccardo Mutis Heimat Italien. Heuer dominieren die Farbschattierungen Rosa, Pastellorange und Frischgrün.

 

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