Neu im KinoWelche Filme sich lohnen und welche nicht

Anya Taylor-Joy in "Last Night in Soho", eine Doku über Aksel Lund Svindal, die dramatische Familiensaga "Das Land meines Vaters" sowie die Dokus "Billie" und "The Booksellers". Alle Kinostarts im Überblick.

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Verzaubert als glamoröse 60s-Sängerin: Anya Taylor-Joy © UPI
 

LAST NIGHT IN SOHO

Bewertung: ****

Nach populären Komödien wie „Shaun of the Dead“ wechselt der Brite Edgar Wright für seinen neuen Film ins Horrorfach. Eine angehende Modestudentin (Thomasin McKenzie) wird in ihren Träumen ins schillernde London der Swinging Sixties zurückversetzt. Doch das idealisierte Bild der guten alten Zeiten wird bald von düsteren Tönen einer patriarchalen Gesellschaft überschattet. Wright inszeniert den Horrortrip als schonungslose Abrechnung mit verblendeter Nostalgie. Formal verneigt er sich vor den unzähligen Vorbildern und serviert einen neonfarbenen Albtraum mit feministischem Anstrich. Anya Taylor-Joy (,,Das Damengambit“) verzaubert als glamouröse 60s-Sängerin, die in einen Teufelskreis gerät. (pog)

AKSEL

Bewertung: ****

Seit dem Aufkommen der Streaming-Plattformen sind Sport-Dokus groß in Mode. Auf die Kinoleinwand schaffen es aber nur wenige. Die Geschichte von Aksel Lund Svindal schon – und sie ist ganz echt, nicht so wie die Verfilmung von Franz Klammers 76er-Triumph. Die Erlaubnis für seine Bekannte, ihn auf Schritt und Tritt zu begleiten, entwickelte sich über vier Jahre zu einer Geschichte, wie sie Hollywood nicht besser schreiben könnte. Die Doku „Aksel“ bietet Spannung, Drama, Schmerz, Emotion, ja sogar Angst. Kurz: ein ungeschminkter Blick hinter die Kulissen. In der deutschen Synchronisation übernahm Svindal selbst den Part als Erzähler. Für Skibegeisterte ist „Aksel“ Pflicht, für alle anderen ebenso spannend. (ms)

BILLIE

Bewertung: ****

Der britische Regisseur konnte auf rund 200 Minuten Interviewmaterial zurückgreifen, die die amerikanischen Journalistin Linda Lipnack Kuehl in den 1970ern mit Musikern wie Charles Mingus oder Count Basie, Vertrauten, Liebhabern, Zuhältern und FBI-Agenten führte. Ihr Ziel war es, nach diversen Biografien voller Unwahrheiten, Gerüchten und Weglassungen ein umfassendes Bild von Bille Holiday zu zeichnen. Doch es kam nicht dazu. 1978 nahm sich die Journalistin das Leben. Mit einzigartigen Konzertmitschnitten ihres melancholischen „improvisierten Horns“, Fotografien und Ausschnitten aus Filmen und TV-Beiträgen fügen sich diese Tonbänder zu einem vielstimmigen Bild zwischen Erfolgen in der New Yorker Carnegie Hall, Demütigungen in der Kindheit, Gewalt von Lovern sowie Freiern und steten Drogen-Exzessen. (js) Eine ausführliche Kritik lesen Sie hier.

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DAS MÄDCHEN UND DIE SPINNE

Bewertung: ***

Lisa (Liliane Amuat) steht kurz davor, in die erste eigene Wohnung zu ziehen. Blöd nur, dass sie dafür ihre frühere WG-Partnerin Mara (Henriette Confurius) allein zurücklassen muss. Während Umzugkartons herumgeschleppt und neue Möbeln aufgestellt werden, hadert Mara mit dem Auszug ihrer Freundin. Das neue Werk der Schweizer Brüder Ramon und Silvan Zürcher lebt von einer atmosphärischen Inszenierung, die mit stimmungsvollen Kamerafahrten und rhythmischen Schnitten punktet. Inhaltlich fühlt sich das Drama in manchen Momenten leer und belanglos an. (pog)

DAS LAND MEINES VATERS

Bewertung: ***

Eigentlich wäre Pierre (Guillaume Canet) lieber Cowboy in Wyoming, dennoch kehrt er aus den USA zurück, um den Hof seines Vaters in der französischen Heimat zu übernehmen. Eine fatale Entscheidung: Getrieben von Expansionsplänen steht „Le Grands Bois“, wie der Familienbetrieb heißt, 20 Jahre später vor dem finanziellen Ruin. Neben Existenzängsten und Beziehungskonflikten werfen psychische Probleme Pierre endgültig aus der Bahn. Inspiriert vom Leben seines Vaters erzählt Regisseur Edouard Bergeon bei seinem Spielfilmdebüt die Geschichte einer Familie, die am Traum vom eigenen Hof und Land scheitert. Erschütterndes Drama über Anspruch und Wirklichkeit einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Agrarwirtschaft. (jb)

THE BOOKSELLERS

Berwertung: ***

Für manche füllen sie nur Regale, für andere sind sie ihr Leben. D.W. Young setzt sich in seiner Doku mit dem Buch als Kulturträger und dem Beruf des Buchhändlers auseinander. Ausgehend von der New Yorker Buchmesse unternimmt der Filmemacher eine Reise in den Mikrokosmos besessener Bibliophiler, die sich als Bewahrer des gedruckten Wortes verstehen. „Es geht nicht nur ums Verkaufen, sondern um die Wertschätzung für Bücher“, unterstreicht ein Protagonist seine „Mission“. Bei aller Leidenschaft, stellt sich auch für den Buchmarkt die Zukunftsfrage: Welchen Wert haben Bücher in einer digitalen Gesellschaft? Vielstimmige Hommage an das Medium Buch und die schillernden Persönlichkeiten der New Yorker Antiquariatsszene. (jb)

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Lieber Thomas. Fast 20 Jahre nach dem Tod des radikalen Schriftstellers Thomas Brasch widmet ihm Andreas Kleinert dieses Schwarz-Weiß-Biopic mit Hauptdarsteller Albrecht Schuch als Rebellen mit Verve.
Die Rettung der uns bekannten Welt. Til Schweiger erzählt in seinem neuen Film von dem bipolaren Paul (Emilio Sakraya) und seinem Suizidversuch, Schweiger spielt auch mit.
Elise und das vergessene Weihnachtsfest. Herzerwärmender Kinderfilm aus Norwegen zur Vorbereitung auf Weihnachten.

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