Neu im KinoWelche Filme sich lohnen und welche nicht

Die Doku "The Bubble" stellt die Fragen nach dem Altern, die Politsatire "Curveball" rollt einen Politskandal auf und der Zwischenkriegsthriller "Hinterland" erzählt von einem Serienkiller und einer Welt aus den Fugen. Dazu: Liebeserklärungen an Bangkok und die Weltmeere.

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Im Disneylands des Lebenabends mit der Doku "The Bubble" von Valerie Blankenbyl © Filmladen
 

THE BUBBLE

Bewertung: *****

150.000 Menschen, 54 Golfplätze, 70 Swimmingpools: Willkommen in den „Villages“! Valerie Blankenbyl hat die größte Seniorenstadt der Welt für ihre Doku „The Bubble“ besucht. Sich einmal im Disneyland des Lebensabends niedergelassen, warten 96 Freizeitzentren und Margaritas an jeder Ecke. Wäre da nicht ein Haken: Planierraupen, die außerhalb der Stadtmauern die kalifornische Flora und Fauna dem Erdboden gleichmachen. Trotzdem kommt der Film über diese besondere Retortenstadt ohne Aufteilung in Gut und Böse aus. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Alter in der modernen Gesellschaft. Und genau das macht „The Bubble“ zu einem der fesselndsten Dokumentarfilme, den Sie dieses Jahr sehen werden. (kf)

CURVEBALL

Bewertung: ****

Die Beweise, die die USA 2003 präsentierte, um den Krieg gegen den Irak zu rechtfertigen, waren falsch. So weit, so bekannt. Johannes Nabers Politsatire „Curveball“ skizziert die wenig rühmliche Rolle, die der Bundesnachrichtendienst (BND) dabei spielte. Actionszenen fehlen, der minimalistische Film birgt dennoch Sprengstoff – der Krieg basierte auf Fake News, als der Begriff noch nicht existierte. Der Biowaffenexperte der BND glaubt, dass der Irak Anthrax-Viren herstellt, und geht der Intrige um einen Asylwerber, der sich als Ingenieur ausgibt, auf den Leim. So wird die Lüge zur Realität. Unglaubliche Story, furios gespielt (Sebastian Blomberg, Dar Salim), aber mit einem Helden im Pyjama ein bisschen viel Groteske. (js)

HINTERLAND

Bewertung: ***

Was das sei, will Peter Perg wissen und deutet auf eine Flagge. „Rot-weiß-rot, Republik Österreich. Den Kaiser gibt’s nicht mehr.“ Das ist das Erste, das der gebrochene Kriegsheimkehrer hört, als er nach zwei Jahren Gefangenschaft 1920 wieder Wiener Boden betritt. Der frühere Kriminalbeamte und Oberstleutnant hat den Ersten Weltkrieg und zwei Jahre russische Gefangenschaft überlebt. Aber die Welt, in die er nun geworfen wird, ist nicht weniger derangiert. Die Monarchie ist Geschichte, die Heimkehrer sind keine Helden, sondern fristen im Obdachlosenheim ein bitteres Dasein. Die Menschen leiden, gaunern, hungern. Es fehlt an allem. Stefan Ruzowitzky hat seinen neuen Thriller beinahe zur Gänze vor dem Bluescreen gedreht. Lesen Sie hier eine ausführliche Kritik.

HERBST IN BANGKOK

Bewertung: ***

Herbst in Bangkok. Garküchen, Verkehrsstau, wuselnde Märkte voller Schweinsköpfe, zugemüllte Kanäle, gut benützte Outdoor-Fitnessgeräte und touristisch-pittoreske Tempel: Regisseur Walter Größbauer porträtiert Thailands Hauptstadt Bangkok wie wir sie von früher kennen. Im Fokus stehen drei Menschen und ihr dennoch optimistischer Blick in die Zukunft: Papierkünstler Jewwej, Geschäftsfrau Nee und Rapper Book. In Zeiten der Pandemie wirkt die asiatische Metropole wie aus der Zeit gefallen. Ein vielstimmiger, authentischer und soghafter Roadtrip – vom Kinosessel aus. (js)

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WONDERS OF THE SEA

Wonders of the Sea. Für Meeresfilmpionier Jean-Michel Cousteau fungiert niemand Geringerer als Arnold Schwarzenegger als Dokumentarfilmerzähler. So ist seine Stimme zu den 3D-Unterwasserwelten zu hören, die das Publikum mit auf eine Reise zu den Mysterien und Wundern der Ozeane nehmen. Wunderbare Liebes- erklärung an die Weltmeere.

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