Quoten-Debatte im FilmFrauen zu fördern zahlt sich aus - rein qualitativ betrachtet

Der zweite Film Gender Report wurde veröffentlicht. Warum die Angst vor Quoten unbegründet ist.

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Nur ein Viertel von den Fördergeldern gehen an Frauen © KK
 

Jetzt ist schon wieder viel zu wenig passiert. Frauen sind in Film und TV nach wie vor unterrepräsentiert. 2018 goss der Film Gender Report die Benachteiligung in Zahlen und machte die Diskrepanz sichtbar. Es war die erste wissenschaftliche Studie dieser Art in der heimischen Kulturbranche. Auch der zweite Report ist ernüchternd: Nur ein Viertel aller Fördergelder zwischen 2017 und 2019 gingen an Frauen, nur ein Fünftel an TV-Macherinnen.
Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) hat zur Korrektur neue, toughe Förderrichtlinien beschlossen – mit einer Zweidrittelmehrheit. Das „Gender Budgeting“ knüpft Förderungen an eine Geschlechterquote. Das ist umstritten: Arrivierte Filmemacher und junge Regisseure fürchten sich gleichsam vor Absagen. Ein erster Effekt ist aber schon erkennbar: Frauen haben zuletzt mehr Projekte eingereicht als früher.
Der künftige ORF-General Roland Weißmann hat viel vor, wenn er den ORF „jünger, weiblicher, digitaler, diverser“ machen will. Eine Offenlegung der ausgeschütteten Fördergelder wäre ein erster Schritt. Vielleicht sogar ein serientauglicher. Denn von 2017 bis 2019 wurde laut Report keine einzige Produzentin gefördert. Dabei reüssierten gerade Frauen bei Festivals zuletzt häufiger als Männer. Filmemacherinnen zu fördern zahlt sich also aus. Rein qualitativ betrachtet.

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