Interview mit Mia Hansen-Løve"Kino ist eine Lebenseinstellung"

Die französische Filmemacherin Mia Hansen-Løve stellte bei der Viennale ihren neuen Film "Bergman Island" vor. Das vergnügliche Beziehungsdrama mit Vicky Krieps ist in den heimischen Kinos zu sehen.

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Ihr neuer Film ist auch eine Hommage an Ingmar Bergman © AP
 

Sie haben auf der Viennale Ihren neuen Film „Bergman Island“ persönlich vorgestellt, der aktuell in den Kinos zu sehen ist. Wann wurden Sie von Ingmar Bergman inspiriert?
MIA HANSEN-LØVE: Ich glaube, es war bei einer Retrospektive, als ich in meinen Zwanzigern war. Damals habe ich ein paar seiner Filme gesehen, gleichzeitig las ich seine Autobiografie. Ich war sehr sensibel für seine Art, über sich selbst zu schreiben: voller Klarheit und Grausamkeit in der Betrachtung seines Lebens. Die Filme von Bergman hatten immer etwas mit seiner Person zu tun. Auf seinen Sets gab es viel Filmmaterial zu ihm und man kann sehen, wie sehr er die Arbeit mit Schauspielern liebte. Er hat ein sehr schönes Lächeln. Für mich sind das Kino und das Leben eng miteinander verbunden. Kino ist eine Lebenseinstellung. Und das verkörpert er auch. Meine Liebe zu Bergman ist nichts Theoretisches: Es ist nicht nur die Liebe zu seinen Filmen, es ist seine Lebensweise auf der abgelegenen Insel Fårö. Er hat sich bewusst für diese Einsamkeit, Unabhängigkeit und Integrität entschieden – bei gleichzeitiger Sinnlichkeit.

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