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Reaktionen auf US-WahlRegisseur Dornhelm erleichtert, dass "Wahnsinn zu Ende geht"

Große Erleichterung darüber, dass der Demokrat Joe Biden die US-Wahl doch noch gewonnen hat, herrscht unter anderem bei Regisseur Robert Dornhelm und Autor Clemens Berger.

Juergen Maurer, Matthew Beard und Robert Dornhelm bei Dreharbeiten zu "Vienna Blood" © ORF (Petro Domenigg)
 

Er habe "vor Freude mitgetanzt" und freue sich, "dass dieser Wahnsinn zu Ende geht", sagte Robert Dornhelm am Sonntagvormittag zur APA. Er hoffe, dass die "anderen 50 Prozent" der Wählerschaft nun bekehrt werden und "erkennen, dass sie dem Hundefänger auf dem Leim gegangen sind".

Biden werde es nicht leicht haben, glaubt der Wiener Regisseur, der seit mehr als 40 Jahren in den USA lebt, sich aber derzeit in seiner Heimatstadt aufhält. "Wir alle müssen ihn ihm Kampf gegen Gemeinheit, Lügen und Gewalt unterstützen", betonte er. Die Politik müsse die "nicht niederen Instinkte" ansprechen und "wieder zum Leben erwecken".

Bevor der Ausgang der Wahl feststand, hatte sich Dornhelm noch bestürzt darüber gezeigt, "dass die Hälfte des Landes" den "Betrüger und Gangster" Trump gewählt habe. Es sei unfassbar, dass das möglich war, nach allem, was der republikanische Amtsinhaber getan habe. "Alles was er angerührt hat, hat er kaputt gemacht."

Der Starregisseur, der derzeit in Wien die zweite Staffel des ORF-Erfolgsformats "Vienna Blood" dreht, hatte zunächst wenig Lust gezeigt, in die USA zurückzukehren. Sein Haus in Los Angeles sei auf zehn Monate vermietet, bis auf seinen Garten vermisse er dort nichts, sagte er noch am Donnerstag zur APA.

clemensberger.at/KK
Clemens Berger legte zuletzt den Roman "Der Präsident" vor © clemensberger.at/KK
"Das Schlimmste ist vorbei, die Trump-Barbarei zumindest offiziell zu Ende", zeigte sich auch Clemens Berger im Gespräch mit der APA erleichtert über den Wahlausgang. Den Sieg Joe Bidens sieht der Autor aber durchwachsen: "Gewonnen hat der Kandidat des demokratischen Establishments, ein Neoliberaler, der in einer langen Parteikarriere nie fortschrittlich war", so das Urteil des Burgenländers, dessen jüngster Roman "Der Präsident" (Residenz Verlag) sich um einen Doppelgänger von Ronald Reagan dreht und in dem der Schriftsteller ein Spiel mit Möglichkeiten und vertanen politischen Chancen treibt,

"Niemand wählte ihn aus Begeisterung, man wollte den Präsident gewordenen Albtraum loswerden. Die Demokraten konnten den Senat nicht gewinnen, die Märkte reagieren euphorisch: Es werden keine einschneidenden Besteuerungen der Reichen und großen Unternehmen kommen, und in der wichtigsten Frage, der Klimakrise, wird nicht annähernd so entschieden gehandelt werden können, wie gehandelt werden müsste." Abschließend formuliert Berger einen Wunschtraum: "Wie schön wäre es doch, wenn Trumps Propaganda, Biden sei eine Marionette der Linken, in dieser Hinsicht wahr und Biden den Green New Deal umarmen würde. Das gäbe nach diesen düsteren Jahren tatsächlich Grund zur Hoffnung."

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