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Kino"Blinded by the Light": Fröhliche Hommage an den Boss

Gurinder Chadhas "Blinded by the Light" ist so kitschig und erbaulich wie einer von Springsteens großartigen Hits. Ab 22. August im Kino.

Viveik Kalra im Film "Blinded by the Light"
Viveik Kalra im Film "Blinded by the Light" © AP
 

Die britische Regisseurin Gurinder Chadha hat aus den Memoiren des Journalisten Sarfraz Manzoor eine gnadenlose Wohlfühloffensive geschaffen. "Blinded by the Light" ist eine fröhliche Hommage an Bruce Springsteen aus der Sicht eines britisch-pakistanischen Teenagers, der in dem amerikanischen Rocker ein Gefühl der Hoffnung entdeckt, das es in seiner Welt nicht gibt. Ab Donnerstag im Kino.

Viveik Kalra spielt den schüchternen, britisch-pakistanischen Teenager Javed, der in der Margaret-Thatcher-Ära im englischen Kaff Luton lebt. Sein Vater (Kulvinder Ghir), ein Fabrikarbeiter, will, dass er in der Schule gute Leistungen erbringt, damit er hoffentlich ein besseres Leben führen kann. Er lässt seinem Sohn jedoch nicht viel Raum, um Träume zu verwirklichen. Javed möchte kein Arzt oder Anwalt sein, er möchte schreiben. Aber er schämt sich zu sehr, um seine Arbeit irgendjemandem zu zeigen - bis er die Musik von Springsteen entdeckt. "Bruce, sagt sein neuer Schulfreund (Aaron Phagura) zu ihm, "ist der direkte Draht zu allem, was in dieser beschissenen Welt wahr ist." Eines Nachts hört Javed zu und seine Welt verändert sich für immer.

Der amerikanische Traum

Sein Freund Matt (Dean-Charles Chapman) behauptet, dass "Synthesizer die Zukunft sind", aber die kraftvollen Balladen von Springsteen, der in einem kleinen Ort in New Jersey in Arbeiterverhältnissen aufwuchs, sprechen auf einer fundamentalen Ebene zu Javed. Es dauert nicht lange und er spricht in Liedertexten, tapeziert sein Zimmer mit Postern und tauscht seine Pullover gegen ärmelloses, kariertes Flanell. Die Musik von Springsteen wird zu seinem amerikanischen Traum und sie gibt ihm den Mut, Dinge zu tun wie zum Beispiel Eliza (Nell Williams), ein Mädchen in seiner Schule, zu küssen.

Bei näherer Betrachtung sind die Worte von Bruce tatsächlich beeindruckend. Wie viele aktuelle Rockmusik-Filme ("Yesterday" und "Rocketman" zum Beispiel) wird hier jedes Lied verwendet, um die Kämpfe und den Mut des Helden zu veranschaulichen und Gurinder Chadha lässt klugerweise die Texte auf dem Bildschirm auftauchen, um die Beziehung zu zeigen, die Javed mit den Konflikten von Bruce in jedem Lied hat.

"Dancing In the Dark", ein großer Pophit mit einem Dancebeat, war auch ein Lied über pure Verzweiflung - also hört Javed zu, die Worte fließen von der Kassette auf die Leinwand um ihn herum, und dann geht er nach draußen, hört in einem wütenden Sturm "The Promised Land" und findet die Worte, nach denen er leben möchte: "Sometimes I feel so weak I just want to explode / Explode and tear this whole town apart / Take a knife and cut this pain from my heart."

Die Straßen von Luton

"Independence Day" untermalt Javeds schwierige Beziehung zu seinem konservativen Vater, während "Jungleland" im Jahr 1987 gespielt wird, als die Unruhen in London ausbrechen. Der Höhepunkt ist "Born to Run", wo Javed, Eliza und sein bester Freund durch die Straßen von Luton rennen und das Lied singen: "Baby this town rips the bones from your back / It's a death trap, it's a suicide rap / We gotta get out while we're young / 'Cause tramps like us, baby we were born to run".

Der britische Journalist Sarfraz Manzoor, der Springsteen so sehr liebt, dass er ihn 150 Mal live gesehen hat und der ein Buch darüber geschrieben hat, wie die Musik des Boss - so sein geläufiger Spitzname - sein Leben in den späten 80ern rettete, schrieb auch das Drehbuch zusammen mit Chadha und Paul Mayeda Berges.

Die Filme der britischen Regisseurin ("Kick It like Beckham") beschäftigen sich oft auch kritisch mit den Leben von Auslandsindern, und so ist "Blinded by the Light" zwar ein Wohlfühlfilm, aber einer, der sich mit einer Reihe schwieriger Themen wie Nationalismus, Rassismus, Kulturclash und Arbeitslosigkeit befasst. Währenddessen ist Kalra als Javed eine aufregende Entdeckung. Der gesamte Film ruht wie ein Felsbrocken auf seinen Schultern, und der junge Darsteller trägt dieses Gewicht mit beträchtlicher Reife. Man hofft, dass dies nur der Beginn einer schönen Karriere ist.

 

 

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